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Transfusions­mediziner weisen auf gesundheitliche Vorteile des Blutspendens hin

Montag, 16. Oktober 2017

/ninsiri, stock.adobe.com

Köln – In Deutschland geht die Zahl der Blutspenden seit Jahren zurück. Während im Jahr 2010 noch 4,9 Millionen Vollblutspenden eingereicht wurden, waren es im Jahr 2016 nur noch rund vier Millionen. Das hat die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie unter Berufung auf Zahlen des Paul-Ehrlich-Instituts mitgeteilt und darauf hingewiesen, dass Blutspenden nicht nur ein rein karitativer Akt ist, sondern auch die Gesundheit des Spenders fördern kann.

„Menschen, die regelmäßig zur Blutspende gehen, kennen nicht nur ihren Blutdruck, der im Rahmen der ärztlichen Untersuchung bei jedem Termin gemessen wird, sondern erkranken auch seltener an Herzinfarkten als Menschen, die kein Blut spenden“, sagte Birgit Gathof, Leiterin der Abteilung Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum Köln. Das gehe aus mehreren Studien hervor, in denen die gesundheitsfördernden Aspekte des Blutspendens untersucht wurden.

Minderung des Blutdrucks

So sieht Andreas Michalsen, Stiftungsprofessor für klinische Naturheilkunde am Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité – Universi­tätsmedizin Berlin, laut der DGTI einen direkten Zusammenhang zwischen Blutspenden und einer Senkung des Blutdrucks. Seine Arbeitsgruppe hat dazu eine Beobachtungs­studie initiiert, die 150 Blutspender mit normalem Blutdruck sowie 150 Blutspender mit erhöhtem Blutdruck einschloss und diese über einen Zeitraum von bis zu vier regulären Blutspenden beobachtete.

„Bei den hypertensiven Probanden konnte sowohl eine Minderung des systolischen als auch des diastolischen Blutdrucks direkt nach der Blutspende gemessen werden“, berichtet Michalsen. Bei Blutspendern mit einem mittelschweren Bluthochdruck (Hypertonie Grad II) konnte nach vier Spenden, also nach etwa neun bis zwölf Monaten, eine Minderung um 17,1 mmHg systolisch und 11,7 mmHg diastolisch dokumentiert werden.

„Während der Blutdruck bei den Teilnehmern mit Bluthochdruck sinkt, blieb er bei den Teilnehmern mit normalem Blutdruck weitestgehend konstant“, so Michalsen. Es bestehe für Blutspender mit normalem Blutdruck also nicht die Gefahr, dass der Blutdruck zu stark sinke. Durch die blutdrucksenkenden Effekte profitierten dagegen die Blutspender mit erhöhtem Blutdruck.

Die Blutdruckminderung der Hypertonieprobanden war umso deutlicher, je häufiger Blut gespendet wurde. „Anhand von Blutdrucktagebüchern, die uns im Rahmen der Studie von 65 Blutspendern zur Verfügung gestellt wurden, konnten wir zudem feststellen, dass die Blutdruckminderung zumeist sechs Wochen anhält, bis sich eine langsame Reduktion einstellt“, so Michalsen. „Regelmäßiges Blutspenden könnte somit zum erfolgreichen Management einer Hypertonie beitragen“, so seine These.

© hil/aerzteblatt.de

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