NewsPolitikHilfe vor Gewalt: Zentrale Anlaufstelle in Hamburg erfüllt Erwartungen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Hilfe vor Gewalt: Zentrale Anlaufstelle in Hamburg erfüllt Erwartungen

Dienstag, 17. Oktober 2017

Hamburg – Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) hat ein Jahr nach der Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle für von familiärer Gewalt bedrohte Frauen und deren Kinder eine positive Bilanz gezogen. Die im August 2016 gestartete Koordinierungs- und Servicestelle „24/7“ hat die Erwartungen bislang voll erfüllt, teilte Leonhard in Hamburg auf Anfrage mit.

Die professionelle Notaufnahme Schutz suchender Frauen und ihrer Kinder in Hamburg sei rund um die Uhr sichergestellt, resümierte Leonhard. Im Vergleich zu 2015 hätten rund 100 Frauen und Kinder und damit rund 10 Prozent mehr Schutz und Unterstützung gefunden. Im ersten Jahr haben nach Angaben der Sozialbehörde 511 Frauen und 484 Kinder in der zentralen Anlaufstelle Zuflucht gesucht.

Kurzer Aufenthalt

Die Koordinierungsstelle bietet 15 Plätze für Frauen und Kinder. Sie leistet Krisenintervention und berät Betroffene über ihre weiteren Möglichkeiten. In der Serviceeinrichtung bleiben sie im Regelfall nur wenige Tage, bevor sie an die Frauenhäuser in Hamburg und Schleswig-Holstein weitervermittelt werden. In Hamburg gibt es nach früheren Angaben fünf mit 194 Plätzen, in Schleswig-Holstein 16 Frauenhäuser mit 319 Plätzen.

Anzeige

Die Belegung zwischen beiden Bundesländern wird ebenfalls von der Servicestelle koordiniert. Dieses verbessere die länderübergreifende Zusammenarbeit zum Wohle der Frauen, erläuterte die Senatorin.

Sie verwies darauf, dass die Mitarbeiterinnen der Frauenhäuser eine „erhebliche Verbesserung im Zusammenleben und in den Arbeitsbedingungen in ihren Einrichtungen“ festgestellt hätten. Durch die Verlegung der Erstaufnahme in die „24/7“ könnten sie sich stärker auf die Beratung und Unterstützung ihrer eigenen Bewohnerinnen konzentrieren. „Insgesamt wurde die ,24/7' stark genutzt und der Zugang zum Hilfesystem verbessert“, teilte Leonhard mit.

Die Senatorin hatte die Anlaufstelle gemeinsam mit der damaligen schleswig-holsteinischen Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) auf den Weg gebracht. Alheit ist seit diesem Oktober Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Hamburg. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

14. November 2018
Köln – Körperliche Misshandlungen bleiben bei Kindern zu häufig unentdeckt. Hinweise darauf können atypische Frakturen sein. Worauf Ärzte in diesem Zusammenhang vor allem achten sollten, zeigen Oliver
Frakturen bei Kindern oft ein Hinweis auf Misshandlung
9. November 2018
Augsburg – Mehr als zweieinhalb Jahre nach der Verurteilung eines Kinderarztes zu einer langen Gefängnisstrafe wegen sexuellen Missbrauchs von 21 Jungen wird der Fall neu aufgerollt. Der Prozess gegen
Kinderarzt erneut wegen sexuellen Missbrauchs von Jungen vor Gericht
8. November 2018
Seattle – Körperliche, seelische oder sexuelle Misshandlungen können bei Kindern eine frühzeitige Pubertät auslösen, während Entbehrungen, etwa ein Nahrungsmangel, die körperliche Entwicklung
Gewalterfahrungen lassen Kinder schneller altern
30. Oktober 2018
Washington – Zwischen 2006 und 2014 wurden in den USA rund 75.000 Minderjährige wegen Schusswaffenverletzungen in Krankenhäusern behandelt. Das zeigt eine gestern veröffentlichte Studie in Jama
Tausende Kinder werden jährlich in den USA durch Schusswaffen verletzt
22. Oktober 2018
Berlin – Kinder und Jugendliche in Deutschland sollen künftig besser vor sexualisierter Gewalt und Ausbeutung geschützt werden. Darauf zielt ein neues Konzept ab, das Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin
Konzept für mehr Schutz vor sexualisierter Gewalt
16. Oktober 2018
Genf/Kinshasa – Das UN-Flüchtlingshilfswerk hat angesichts einer Zwangsvertreibung von rund 200.000 Kongolesen aus dem Norden Angolas vor einer humanitären Krise im Kongo gewarnt. Tausende Migranten
Angola vertreibt 200.000 Kongolesen
16. Oktober 2018
Nairobi – Radikalislamische Geiselnehmer haben in Nigeria die zweite von drei entführten Rote-Kreuz-Mitarbeiterinnen ermordet. Der nigerianische Informationsminister Lai Mohammed sagte, die Regierung
LNS
NEWSLETTER