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Ärzteschaft

Bayerns Ärztekammer warnt vor Parallelstrukturen

Dienstag, 17. Oktober 2017

München – Die bayerische Lan­des­ärz­te­kam­mer sieht Gefahren für die Patienten durch neue Gesundheitsberufe. Die Einführung beispielsweise eines Universitätsstudiengangs im Fach Osteopathie könnte dazu führen, dass Kranke nicht die Behandlung erhalten, die sie benötigen, warnte Bayerns Ärztepräsident Max Kaplan heute im Vorfeld des Bayerischen Ärztetages, der Freitag in Rosenheim beginnt. Es sei denkbar, dass Kranke künftig zu einem Osteopathen mit Universitätsausbildung gehen, etwa weil sie Rückenschmerzen spüren.

Tatsächlich könnte dahinter aber beispielsweise eine Herzkrankheit stehen, die ein Osteopath möglicherweise nicht erkennt, erklärte Kaplan. Der bayerische Ärztetag werde daher über die Grundsatzfrage diskutieren, ob Deutschland neue Parallelstrukturen schaffen will, „mit den damit verbundenen Risiken für die Patientensicherheit“, sagte Kaplan.

Grundsätzlich sei es aber sinnvoll, Ärzte durch bestimmte neue Heilberufe wie etwa einen „Physician Assistant“ zu unterstützen, erklärte der Ärztekammerpräsident. Die Zahl der berufstätigen Ärzte in Bayern hat mit zuletzt 62.534 zwar einen neuen Rekordstand erreicht, doch der Bedarf wachse schneller als die Zahl der Ärzte, sagte Kaplan. Deshalb fehlten in immer mehr Gebieten Bayerns Hausärzte, aber auch Kinderärzte oder Gynäkologen und Orthopäden.

Der Ärztepräsident hält es dabei für keine Lösung, einem Medizinermangel in Bayern durch weitere Zuwanderung von Ärzten aus dem Ausland begegnen zu wollen. Dadurch verschärfe sich Mangel in Herkunftsländern wie Rumänien oder Polen, warnte Kaplan. Außerdem habe sich gezeigt, dass viele zugewanderte Mediziner nicht ausreichend gut Deutsch sprechen. Seit die Ärztekammer im April dieses Jahres die Anforderungen bei den Sprachtests für ausländische Mediziner verschärft hat, sei der Anteil der Ärzte, die die Prüfungen nicht bestehen, auf 53 Prozent gestiegen. © dpa/aerzteblatt.de

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franzi1995
am Mittwoch, 18. Oktober 2017, 00:43

Gesetzliche Veränderungen erforderlich

Guten Tag,
Ich habe vier Jahre intensives Osteopathiestudium (in England) hinter mir und muss leider enttäuscht feststellen, dass das oben genannte Szenario bezüglich der Rückenschmerzen recht schwach ist, da es sehr viel Forschung im Bereich der Manuellen Therapie für Rückenschmerzen gibt und ebensoviel Differenzialdiagnostik für Rückenschmerz. Die flache Behauptung, dass ein Osteopath eine pathologisch/kardiologische Erkrankung von einer muskulären Präsentation nicht unterscheiden könne, ist schlichtweg beleidigend. Sollte dies der Fall sein, darf man das nicht dem Beruf zuordnen, sondern einzig und allein dem Versagen eines Einzelnen, welches nicht mit der Osteopathie an sich in Verbindung gebracht werden darf. Auch in der Schulmedizin gibt es Fehl- und Missdiagnosen. Da die Zukunft der modernen Medizin im multidisziplinären Bereich liegt, wie Forschungsergebnisse gezeigt haben, wäre deshalb der Ausschluss der Osteopathie rückschrittlich. Es sollte das Ziel beider Seiten, Mediziner sowie Osteopathen sein, eine multidisziplinäre Versorgung der Patienten anzubieten. Die Osteopathie ist in England als Primary Health Care ausgeschrieben und damit dient es zum Teil als Entlastung der überarbeiteten Hausärzte, weshalb im Studium sehr darauf geachtet wird, pathologische Prozesse von muskulären Veränderungen gezielt zu unterscheiden. Die bekannten Fälle, in denen die Osteopathie sich schädigend oder fatal auf die Gesundheit des Patienten ausgewirkt hat, sind minimal (Vogel S, Mars T, Keeping S, Barton T, Marlin N, Froud R, Eldridge S, Underwood M, Pincus T. Clinical Risk Osteopathy and Management Scientific Report: The CROaM Study. 2013. Available at http://www.osteopathy.org.uk/uploads/croam_full_report_0313.pdf.). Für den unwissenden Schulmediziner empfielt es sich, Informationen über die Auswirkungen (positiv und negativ) osteopathischer Behandlungen auf der Seite des National Council for Osteopathic Reseach nachzulesen:
http://www.ncor.org.uk/practitioners/practitioner-information-communicating-benefit-and-risk-in-osteopathy/risk-and-patient-incidents/ nachzulesen.




franzi1995
am Mittwoch, 18. Oktober 2017, 00:43

Gesetzliche Veränderungen erforderlich

Guten Tag,
Ich habe vier Jahre intensives Osteopathiestudium (in England) hinter mir und muss leider enttäuscht feststellen, dass das oben genannte Szenario bezüglich der Rückenschmerzen recht schwach ist, da es sehr viel Forschung im Bereich der Manuellen Therapie für Rückenschmerzen gibt und ebensoviel Differenzialdiagnostik für Rückenschmerz. Die flache Behauptung, dass ein Osteopath eine pathologisch/kardiologische Erkrankung von einer muskulären Präsentation nicht unterscheiden könne, ist schlichtweg beleidigend. Sollte dies der Fall sein, darf man das nicht dem Beruf zuordnen, sondern einzig und allein dem Versagen eines Einzelnen, welches nicht mit der Osteopathie an sich in Verbindung gebracht werden darf. Auch in der Schulmedizin gibt es Fehl- und Missdiagnosen. Da die Zukunft der modernen Medizin im multidisziplinären Bereich liegt, wie Forschungsergebnisse gezeigt haben, wäre deshalb der Ausschluss der Osteopathie rückschrittlich. Es sollte das Ziel beider Seiten, Mediziner sowie Osteopathen sein, eine multidisziplinäre Versorgung der Patienten anzubieten. Die Osteopathie ist in England als Primary Health Care ausgeschrieben und damit dient es zum Teil als Entlastung der überarbeiteten Hausärzte, weshalb im Studium sehr darauf geachtet wird, pathologische Prozesse von muskulären Veränderungen gezielt zu unterscheiden. Die bekannten Fälle, in denen die Osteopathie sich schädigend oder fatal auf die Gesundheit des Patienten ausgewirkt hat, sind minimal (Vogel S, Mars T, Keeping S, Barton T, Marlin N, Froud R, Eldridge S, Underwood M, Pincus T. Clinical Risk Osteopathy and Management Scientific Report: The CROaM Study. 2013. Available at http://www.osteopathy.org.uk/uploads/croam_full_report_0313.pdf.). Für den unwissenden Schulmediziner empfielt es sich, Informationen über die Auswirkungen (positiv und negativ) osteopathischer Behandlungen auf der Seite des National Council for Osteopathic Reseach nachzulesen:
http://www.ncor.org.uk/practitioners/practitioner-information-communicating-benefit-and-risk-in-osteopathy/risk-and-patient-incidents/ nachzulesen.




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