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Studie attestiert Deutschland exzellenten Zugang zur Primärversorgung

Dienstag, 17. Oktober 2017

/WavebreakMediaMicro, stock.adobe.com

Berlin – Eine internationale Studie relativiert die zum Teil hitzige Diskussion in Deutschland um die steigende Inanspruchnahme von Notaufnahmen. Laut einer Studie des Unternehmens Philips und der George Washington University School of Medicine & Health Sciences werden Notaufnahmen dann entlastet, wenn die Patienten einen einfachen Zugang zur Primärversorgung haben. Genau dies sei in Deutschland der Fall.

Die Wissenschaftler haben in ihrer Studie die Akutversorgung in Notaufnahmen in Australien, Deutschland, Kanada, den Niederlanden, der Schweiz, Großbritannien und den USA untersucht. Danach stellen sich in Deutschland 22 Prozent der Bevölkerung in Notaufnahmen vor. Im internationalen Vergleich seien das die wenigsten Patienten – obwohl die Bundesrepublik unter den betrachteten Ländern den höchsten Anteil älterer Menschen habe. Am höchsten sei die Inanspruchnahme ambulanter Notfallbehandlungen im Krankenhaus in Kanada mit 41 Prozent, dicht gefolgt von den USA mit 39 Prozent.

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Die Autoren sehen einen direkten Zusammenhang mit dem Zugang zur Primärversorgung: Deutsche Patienten könnten in 76 Prozent der Fälle einen zeitnahen Termin in einer Arztpraxis vereinbaren. In Kanada und den USA erhielten dagegen nur 41 beziehungsweise 48 Prozent der Patienten, die schnelle medizinische Hilfe benötigten, noch am selben oder am nächsten Tag einen Termin in einer niedergelassenen Praxis.

„Die Studienergebnisse legen nahe, dass ein guter Zugang zur Primärversorgung zu einer geringeren Inanspruchnahme von Notaufnahmen führt“, erklärte Patrick Heiler, Principal Consultant Healthcare Transformation Services bei Philips. Allerdings konnte die Studie keinen Zusammenhang zwischen den vorgehaltenen Primärversorgungsstrukturen und der Ergebnisqualität feststellen.

So weisen die USA laut der Studie mit 5,5 Prozent die geringste 30-Tage-Mortalitätsrate bei Patienten mit akutem Myokardinfarkt auf, in Deutschland liege es bei 9,6 Prozent. Das mit Abstand teuerste Gesundheitssystem ist das der USA mit Pro-Kopf-Ausgaben von 8.745 US Dollar, Deutschland liegt mit 4.811 US Dollar pro Kopf im Mittelfeld. © hil/aerzteblatt.de

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