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Ärzteschaft

Kompetenzzentrum Allgemeinmedizin in Schleswig-Holstein betreut 120 Nachwuchsärzte

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Kiel/Bad Segeberg – Schleswig-Holstein hat nun ein Kompetenzzentrum Allgemein­medizin. Die vertraglichen Grundlagen dazu haben Ärztekammer und Kassenärztliche Vereinigung (KV) mit den Lehrstühlen für Allgemeinmedizin an den Universitäten in Kiel und Lübeck geschaffen. Das Zentrum soll die Weiterbildung Allgemeinmedizin in dem Bundesland unterstützen und dazu beitragen, die hausärztliche Versorgung langfristig zu sichern.

„Mit dem Kompetenzzentrum Allgemeinmedizin gestalten wir qualifizierte Weiter­bildung für die nächste Hausarztgeneration aktiv mit, die wir so dringend brauchen“, sagte Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KV Schleswig-Holstein. Laut Kammer und KV in Schleswig-Holstein sind mehr als ein Drittel der landesweit knapp 2.000 Hausärzte 60 Jahre oder älter. Demgegenüber standen 2016 in dem Bundesland nur 54 Facharztanerkennungen für die Allgemeinmedizin.

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Das inhaltliche Konzept des Kompetenzzentrums hatten die Beteiligten bereits in den vergangenen Monaten ausgearbeitet. Das Zentrum betreut daher vom Start an 120 angehende Hausärzte in ihrer Weiterbildung zum Facharzt. Dazu bietet es viermal im Jahr ganztägige Schulungen für die Nachwuchsärzte an. Neben medizinischen Frage­stellungen geht es auch um das Thema Praxismanagement. Das Kompetenzzentrum will so Vorbehalte in Bezug auf die Niederlassung in einer Hausarztpraxis abbauen.

Außerdem wird das Zentrum künftig ein Train-the-Trainer-Seminar für Weiterbildungs­befugte anbieten. Ab dem kommenden Jahr wird es ein Mentoringprogramm geben, bei dem erfahrene Allgemeinmediziner junge Ärzte durch wesentliche Etappen ihrer Weiterbildung begleiten. „Das Kompetenzzentrum ermöglicht der Ärztekammer in idealer Weise, langjährige Kompetenz einzubringen und gleichzeitig den Puls der Zeit zu tasten“, sagte Carsten Leffmann, ärztlicher Geschäftsführer der Ärztekammer Schleswig-Holstein.

Organisatorisch besteht das Kompetenzzentrum aus den beiden Instituten für Allgemeinmedizin in Kiel und Lübeck und dem Institut für Ärztliche Qualität in Schleswig-Holstein (Bad Segeberg). Rechtliche Grundlage ist das GKV-Versorgungs­stärkungsgesetz. Es hat im Juli 2015 das „Förderprogramm Weiterbildung“ Allgemeinmedizin als Paragraf 75a in das fünfte Sozialgesetzbuch aufgenommen. © hil/aerzteblatt.de

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