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Politik

World Health Summit fordert mehr Einsatz für globale Gesundheit

Mittwoch, 18. Oktober 2017

/dpa

Berlin – „Gesundheit ist eine politische Entscheidung!“ Mit dieser Feststellung und dem Appell, mehr für die Weltgesundheit zu tun, ist der World Health Summit in Berlin zu Ende gegangen. Die Tagung an der Charité in Berlin gilt als wichtigstes internationales Treffen zur globalen Gesundheit.

Die M8 Allianz, das akademische Netzwerk des World Health Summit und ein Zusammenschluss aus 25 akademischen Gesundheitszentren der Welt, forderte Politiker und Regierungen in einer Abschlussdeklaration auf, globale Gesund­heitsthemen zu einem zentralen Thema der nächsten G7/G20-Treffen zu machen.

Gemeinsam handeln

„Der World Health Summit hat so viele Entscheidungsträger aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und von Nichtregierungsorganisationen zusammengebracht, wie noch nie zuvor. Das ist eine gute Basis, auf der wir jetzt alle gemeinsam handeln müssen – über alle Grenzen hinweg“, erklärte Detlev Ganten, Präsident des World Health Summit.

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Eines der zentralen Themen des Treffens waren die Gesundheitsfolgen von Krieg und Terror. „Wenn Ärzte und Pflegekräfte angegriffen werden, zahlen die Patienten den Preis“, sagte Christine Beerli, Vizepräsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, in Berlin. „Der bestehende internationale Katastrophenschutz reicht nicht aus. Besonders die Sicherheit von Gesundheits- und Hilfskräften in Krisenregionen muss gewährleistet werden“, fordert die M8 in ihrer Abschussdeklaration.

Zentral sei auch, dass Recht von Frauen auf körperliche Unversehrtheit zu gewähr­leisten. Die Welt ignoriere dieses wichtige Thema: „Sexuelle Gewalt nimmt in Krisenregionen immer zu – besonders in den Camps. Wie können wir ernsthaft glauben, dass diese traumatisierten Menschen wieder nach Hause zurückkehren und sich dort für Frieden einsetzen?“ sagte Tewodros Melesse, Generaldirektor der International Planned Parenthood Federation.

Das World Health Summit findet seit 2009 jeden Oktober an der Berliner Charité statt. Die diesjährige Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und des Präsidenten der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker. © hil/aerzteblatt.de

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dr.med.thomas.g.schaetzler
am Mittwoch, 18. Oktober 2017, 20:23

Fragwürdiger Primat der Gsundheit?

Den Medizin-bildungsfremden und Versorgungs-fernen "hohen" Herrschaften aus Gesundheitspolitik, Verwaltung und Administration geht es offensichtlich nicht mehr um die Krankheit an sich: Selbst "Krankheitsbewältigung", "Krankenversorgung" und "Krankheitsintervention" sind tabu, unsere chronisch kranken Patientinnen und Patienten werden systematisch diskriminiert und ausgegrenzt durch einen fast pathologischen "Gesundheits-Hype".

In krassem Gegensatz zum "World Health Summit", der den Einsatz für "globale Gesundheit" eher deklamiert als proklamiert, geht es in Wissenschaft, Forschung und Entwicklung, Kranken-Versorgung, Krankheits-Bewältigungs- und -Anwendungsforschung um Sprach-, Zahlen-, Bilder-, Computer-, Verständnis-, Kommunikations- und Semiotik-Wissenschaften, Empathie für Patienten und Verständnis komplexer Krankheits-Zusammenhänge, Krankheits-Schutz- und -Präventionskonzepte.

Ärztinnen und Ärzte in Klinik und Praxis, niedergelassenen Vertragsärzte und die primär bei Krankheits-, Gesundheits- und Präventionsfragen in Anspruch genommenen Familien- und Hausärzte werden in einer sich permanent verändernden Wissenschafts-Gesellschaft in einem dauerhaften Diskurs über unterschiedliche Bewältigungs-Strategien bei Schwangerschaft, Geburt, Leben, Krankheit, Gesundheit, Vorsorge, Früherkennung, Chronizität, Behinderung, Palliation und Sterben unter einem fast schon diktatorischen Primat der Gesundheit gar nicht mehr berücksichtigt.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Quelle: http://news.doccheck.com/de/blog/post/3875-health-literacy-ist-das-kunst-oder-kann-das-weg/
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Mittwoch, 18. Oktober 2017, 20:23

Fragwürdiger Primat der Gesundheit?

Den Medizin-bildungsfremden und Versorgungs-fernen "hohen" Herrschaften aus Gesundheitspolitik, Verwaltung und Administration geht es offensichtlich nicht mehr um die Krankheit an sich: Selbst "Krankheitsbewältigung", "Krankenversorgung" und "Krankheitsintervention" sind tabu, unsere chronisch kranken Patientinnen und Patienten werden systematisch diskriminiert und ausgegrenzt durch einen fast pathologischen "Gesundheits-Hype".

In krassem Gegensatz zum "World Health Summit", der den Einsatz für "globale Gesundheit" eher deklamiert als proklamiert, geht es in Wissenschaft, Forschung und Entwicklung, Kranken-Versorgung, Krankheits-Bewältigungs- und -Anwendungsforschung um Sprach-, Zahlen-, Bilder-, Computer-, Verständnis-, Kommunikations- und Semiotik-Wissenschaften, Empathie für Patienten und Verständnis komplexer Krankheits-Zusammenhänge, Krankheits-Schutz- und -Präventionskonzepte.

Ärztinnen und Ärzte in Klinik und Praxis, niedergelassenen Vertragsärzte und die primär bei Krankheits-, Gesundheits- und Präventionsfragen in Anspruch genommenen Familien- und Hausärzte werden in einer sich permanent verändernden Wissenschafts-Gesellschaft in einem dauerhaften Diskurs über unterschiedliche Bewältigungs-Strategien bei Schwangerschaft, Geburt, Leben, Krankheit, Gesundheit, Vorsorge, Früherkennung, Chronizität, Behinderung, Palliation und Sterben unter einem fast schon diktatorischen Primat der Gesundheit gar nicht mehr berücksichtigt.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Quelle: http://news.doccheck.com/de/blog/post/3875-health-literacy-ist-das-kunst-oder-kann-das-weg/

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