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Medizin

Neue Antikörpertherapie bei follikulärem Lymphom Standardbehandlung überlegen

Donnerstag, 19. Oktober 2017

London/München – Patienten mit follikulären Lymphomen, die bislang keine Therapie erhalten haben, können von einer Behandlung mit dem neuen Antikörper Obinutuzu­mab profitieren. Das berichtet eine Arbeitsgruppe der Deutschen Studiengruppe Niedrig­maligne Lymphome unter der Leitung von Wolfgang Hiddemann, Direktor der Medizinischen Klinik III am Klinikum der Universität München, und der englischen Lymphomstudiengruppe unter der Leitung von Robert Marcus. Die Arbeit ist im New England Journal of Medicine erschienen (2017; doi: 10.1056/NEJMoa1614598).

Die Wissenschaftler haben bei mehr als 1.200 Patienten mit nicht behandelten follikulären Lymphomen den neue Antikörper Obinutuzumab mit dem bislang als Standard angesehenen Antikörper Rituximab randomisiert verglichen. Beide Antikörper wurden jeweils mit einer Chemotherapie in den ersten sechs Monaten der Behandlung kombiniert, anschließend erfolgte eine Erhaltungstherapie über zwei Jahre.

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Die Therapie mit Obinutuzumab reduzierte die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls um mehr als ein Drittel. Dies bedeutet, dass Patienten mit dieser Erkrankung durch­schnitt­lich rund drei Jahre länger ohne Rückfall leben. Zwar war auch die Häufigkeit von Nebenwirkungen unter Therapie mit Obinutuzumab höher als mit Rituximab, diese Nebenwirkungen waren jedoch laut Arbeitsgruppe klinisch gut beherrschbar, sodass weder die Häufigkeit tödlicher Komplikationen noch die Rate von frühzeitigem Therapieabbruch erhöht war. „Nach dem Ergebnis dieser Studie muss Obinutuzumab in Kombination mit Chemotherapie als neuer Standard in der Therapie follikulärer Lymphome angesehen werden“, so Hiddemann.

Die Techniker Krankenkasse hatte die Therapie zuletzt in ihrem Innovations­report 2017 kritisiert. Darin bezeichnete die Kasse es als „nach wie vor erstaunlich und irritierend“, dass trotz des angeblich geringen therapeutischen Fortschrittes und negativer Bewertungen einige Arzneimittel Eingang in bestehende Leitlinien gefunden hätten, unter anderem der Wirkstoff Obinutuzumab.  © hil/aerzteblatt.de

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