NewsAuslandErster australischer Bundesstaat erlaubt „Hilfe zum Suizid“
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Erster australischer Bundesstaat erlaubt „Hilfe zum Suizid“

Freitag, 20. Oktober 2017

Melbourne – Als erster australischer Bundesstaat legalisiert Victoria die "Hilfe zum Suizid". Das Parlament in Melbourne stimmte am Freitag mit 47 zu 37 Stimmen einem Gesetz zu, wonach unheilbar kranke Volljährige Zugang zu einem tödlichen Medika­ment erhalten sollen, wie die Tageszeitung The Age berichtet. Voraussetzung sei eine Lebenserwartung von weniger als zwölf Monaten. Das Gesetz "Voluntary Assisted Dying Bill" erlaube Ärzten zudem, die tödliche Dosis zu verabreichen, wenn der Patient dazu selbst nicht mehr in der Lage sei. Damit das Gesetz in Kraft treten kann, ist noch die Zustimmung des Oberhauses notwendig. Diese gilt aber als sicher.

Das Gesetz hatte Victorias sozialdemokratischer Premierminister Daniel Andrews nach dem Krebstod seines Vaters im Jahr 2016 in das Parlament eingebracht. Der katho­lische Erzbischof von Melbourne, Denis Hart, hatte sich im vergangenen Sommer zusammen mit anderen Kirchen in einer gemeinsamen Stellungnahme entschieden gegen die "Voluntary Assisted Dying Bill" ausgesprochen.

In den vergangenen Jahrzehnten waren Gesetzesinitiativen zur Legalisierung der Sterbehilfe sowohl in Bundesstaaten-Parlamenten als auch im australischen Parlament immer wieder gescheitert. Ausnahme war 1996 das Northern Territory. Die Legali­sierung der freiwilligen Sterbehilfe wurde aber schließlich durch ein Veto des damaligen Premierministers John Howard für ungültig erklärt. Territorien haben im Vergleich zu Bundesstaaten nur eine eingeschränkte Souveränität. Im Fall von Victoria hat die australische Regierung kein Vetorecht. © kna/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

31. Juli 2018
London – In Großbritannien braucht es künftig keine gerichtliche Erlaubnis mehr, um die Behandlung von Patienten in dauerhaft vegetativem Zustand zu beenden. Der Oberste Gerichtshof entschied
Britischer Oberster Gerichtshof erleichtert Lebensende für Patienten
25. Juli 2018
Den Haag – Die Ärztekammer Den Haag hat eine Medizinerin gerügt, weil sie einer Demenzpatientin im Pflegeheim aktive Sterbehilfe leistete. „Die Ärztin hätte versuchen müssen, die Beendigung des Lebens
Niederländische Ärztin erhält Rüge wegen Sterbehilfe für Demenzpatientin
18. Juli 2018
Brüssel – Die Anzahl der Fälle aktiver Sterbehilfe in Belgien ist 2017 erneut gestiegen. Hatten 2016 noch 2.028 Menschen aktive Sterbehilfe in Anspruch genommen, waren es 2017 2.309 Menschen, wie die
Mehr Fälle aktiver Sterbehilfe in Belgien
28. Juni 2018
Madrid – Spanien will aktive Sterbehilfe in bestimmten Fällen erlauben. Das spanische Abgeordnetenhaus stimmt laut örtlichen Medienberichten für eine entsprechende Gesetzesinitiative der neuen
Spanien will Sterbehilfe neu regeln
8. Juni 2018
Zürich – Der Präsident der Aerztegesellschaft des Kantons Zürich, Josef Widler, wehrt sich gegen die Lockerung der ärztlichen Suizidbeihilfe in der Schweiz. Die neuen Richtlinien der Schweizerischen
Schweizer Mediziner: Sterbehilfe ist keine ärztliche Aufgabe
7. Juni 2018
Bern – Die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) hat neue Richtlinien zur ärztlichen Suizidbeihilfe vorgelegt. Demnach muss ein Arzt selbst entscheiden, ob er einen Patienten
Neue Richtlinien zur ärztlichen Suizidbeihilfe in der Schweiz
7. Juni 2018
London – Das oberste Gericht Großbritanniens hat das Abtreibungsverbot in Nordirland für nicht menschenrechtskonform erklärt. Das geht aus einem Urteil des Supreme Courts in London von heute hervor.
NEWSLETTER