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Medizin

Schlafmangel erhöht Risiko auf Gestationsdiabetes

Donnerstag, 26. Oktober 2017

/dpa

Chicago – Schwangere, die zu wenig Schlaf bekommen, erkranken einer Meta-Analyse in Sleep Medicine Reviews (2017; doi: 10.1016/j.smrv.2017.09.003) zufolge häufiger an einem Gestationsdiabetes.

Die meisten Erwachsenen schlafen zu wenig. In den USA sind laut früheren Unter­suchungen ein Viertel der Frauen und 16 Prozent der Männer betroffen. Bekannt ist auch, dass Schlafmangel zu Störungen des Stoffwechsels führt, die langfristig das Risiko auf einen Diabetes erhöhen.

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Sirimon Reutrakul von der Universität von Illinois in Chicago und Mitarbeiter sind jetzt in einer Metaanalyse der Frage nachgegangen, ob Schlafmangel das Risiko auf einen Gestationsdiabetes erhöht. Sie fassten dazu die Ergebnisse aus acht Studien zusammen, an denen 17.308 Frauen teilgenommen hatten. Sieben Studien haben die Schlafdauer erfragt, in der achten Studie war sie mit einem Akzelerometer gemessen worden.

Ergebnis: Frauen, die weniger als 6,25 Stunden Schlaf in der Nacht bekamen, hatten ein um 70 Prozent erhöhtes Risiko, im Verlauf der Schwangerschaft vorübergehend einen Diabetes zu entwickeln. Die Odds Ratio von 1,70 war mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 1,24 bis 2,33 statistisch signifikant.

Unter den Teilnehmern der Studien, in denen der Schlaf objektiv gemessen wurde und für die individuelle Patientendaten zur Verfügung standen – beides erhöht die Verlässlichkeit der Angaben – war das Risiko auf einen Gestationsdiabetes sogar fast dreifach erhöht (Odds Ratio 2,84; 1,25–6,44).

Da es sich um die erste Studie zu diesem Thema handelt, müssen die Ergebnisse vor einer abschließenden Beurteilung noch durch weitere Untersuchungen bestätigt werden, findet Reutrakul. Vorsichtshalber sollten jedoch Schwangere und andere Menschen darauf achten, dass sie genügend Schlaf bekommen. Erwachsenen wird zu sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht geraten. © rme/aerzteblatt.de

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