NewsPolitikMehr Menschen erhalten Leistungen aus der Pflegeversicherung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Mehr Menschen erhalten Leistungen aus der Pflegeversicherung

Montag, 23. Oktober 2017

/dpa

Berlin – Durch die jüngste Pflegereform ist die Zahl der Menschen mit Leistungen aus der Pflegeversicherung stark gestiegen. Von Januar bis September dieses Jahres gab es 220.000 zusätzliche Empfänger von Leistungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie aus einer neuen Erhebung der Krankenkassen hervorgeht. Sie stammt vom Medizi­nischen Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) in Essen.

Die meisten dieser Pflegebedürftigen wäre ohne die Pflegereform, die Anfang 2017 startete, leer ausgegangen. Seither werden auch Beeinträchtigungen von Wahrneh­mung und Erinnerung etwa bei Demenz und Probleme in der Alltagsbewältigung besser berücksichtigt. Allerdings geht aus den Zahlen nicht exakt hervor, wie viele Menschen Leistungen bekommen hätten, wenn es die Reform nicht gegeben hätte. Das bis Ende 2016 geltende Verfahren, nach dem die Gutachter des Medizinischen Dienstes Pflegebedürftige begutachteten, zielte vor allem auf körperliche Einschränkungen ab.

Anzeige

Mehr als 1,11 Millionen Versicherte begutachtet

Insgesamt haben die Gutachter in den ersten drei Quartalen dieses Jahres laut MDS mehr als 1,11 Millionen Versicherte nach dem neuen Verfahren begutachtet. Bei rund 197.000 Versicherten empfahlen die Gutachter den neuen Pflegegrad eins, bei rund 324.000 Pflegegrad zwei.

Bei Pflegegrad eins können Versicherte 125 Euro pro Monat als Beitrag für ein Heim erhalten. Wie bei allen anderen Pflegegraden können sie auch 125 Euro als Entlastung für zu Hause bekommen, etwa für Betreuung oder Unterstützung im Haushalt. Bei Grad zwei fließen bis zu 770 Euro fürs Heim. 241.000 Versicherte bekamen laut MDS Pflege­grad drei mit Leistungen bis zu 1.262 Euro fürs Heim, 139.000 Grad vier mit bis zu 1.775 Euro und rund 62.000 Grad fünf mit bis zu 2.005 Euro. Bei 151.000 Versicherten erkannten die Gutachter laut MDS keine Pflegebedürftigkeit.

586.000 der Versicherten haben erstmals Leistungen erhalten. Die Gesamtzahl von 1,1 Millionen umfasst auch Versicherte, die etwa einen Antrag auf Höherstufung gestellt haben. Eine Höherstufung ist durch die Reform für viele Pflegebedürftige deshalb attraktiver geworden, weil der von Heim zu Heim unterschiedliche Eigenanteil nicht mehr mit der Pflegestufe steigt. Früher lag der Anteil höher, je höher die Pflegestufe war. Nun ist der Anteil gleich, egal welcher Pflegegrad.

In den ersten neun Monaten wurden zudem laut MDS über 268.000 Versicherte nach dem alten Verfahren begutachtet, wenn sie schon vor Inkrafttreten der Reform einen Antrag gestellt hatten. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #735657
Hülya
am Dienstag, 24. Oktober 2017, 08:19

Kein Wunder!

Ehrlichgesagt wundert mich der Anstieg der Pflegefälle bzw. Pflegegelder nicht! Es gibt ja schließlich genug Betrüger, die Krankheiten vortäuschen (ja, das geht!)Ich bin Zeuge von 2 Fällen, bei denen eine Frau die Leute manipuliert, und durch Täuschung, auch des MDK´s, für diese eigentlich "gesunden!" Menschen Pflegegeld beantragt und auch bewilligt bekommt!!! Trotz meiner Anzeige bei der Polizei wurde das Pflegegeld bewilligt!!! Mein Schreiben an die Staatsanwaltschaft vor 1 Woche hat immer noch keine Reaktion dieser gezeigt. Das ist eine Straftat, der man doch sofort nachgehen sollte?! Oder ?! Leider wundert mich dieser Artikel überhaupt nicht!!! Vielleicht kann ich ja hier das Interesse einiger Wecken, die sich gerne bei mir melden können, um diese Frau endlich zu stoppen!!!
LNS

Nachrichten zum Thema

14. Juni 2019
Berlin – Die absehbar steigenden Pflegekosten in Deutschland werden aus Sicht des Ökonomen Michael Hüther nicht ohne eine dynamische Anhebung des Renteneintrittsalters zu finanzieren sein. Ohne eine
Ökonom betrachtet höheres Rentenalter zur Pflegefinanzierung als erforderlich
15. Mai 2019
Berlin – Der Petitionsausschuss des Bundestags unterstützt eine Petition, die fordert, dass auf das Einkommen der Kinder pflegebedürftiger Eltern künftig erst ab einem Einkommen in Höhe von 100.000
Petitionsausschuss unterstützt Ruf nach Kostenbeteiligung an Pflegekosten
14. Mai 2019
Berlin – Die kirchlichen Altenhilfe-Dachverbände VKAD und DEVAP haben ihre Forderung nach einer Weiterentwicklung der Pflegeversicherung bekräftigt. Der Eigenanteil für einen Platz im Pflegeheim liege
Altenhilfeverbände für Senkung des Eigenanteils in der Pflege
13. Mai 2019
Berlin – Der Verband der Privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) hat erneut vor steigenden Beiträgen in der Pflegeversicherung aufgrund von ausgeweiteten Leistungen und der Alterung der Gesellschaft
Privatversicherer warnen vor steigenden Pflegebeiträgen
9. Mai 2019
Berlin – Die Aufwendungen für die Pflegeversorgung werden künftig größer werden. Neue Wege zur Finanzierung müssen auf den Prüfstand. Darin waren sich die Experten einer Anhörung im
Debatte um Konzeption der Pflegeversicherung
2. Mai 2019
Düsseldorf – Die Private Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) geht davon aus, dass sich die Beiträge zur sozialen Pflegeversicherung bis 2040 verdoppeln könnten. Das zeigt eine Analyse des Wissenschaftlichen
PKV rechnet mit Verdopplung der Beiträge der gesetzlichen Pflegeversicherung
23. April 2019
Berlin – 25 Jahre nach Einführung der Pflegeversicherung haben Sozialverbände und Patientenschützer ein Ende der finanziellen Belastung von Pflegebedürftigen gefordert. „Pflege darf kein Armutsrisiko
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER