NewsAuslandArzneimittel­hersteller sorgen sich um die Folgen des Brexits
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Arzneimittel­hersteller sorgen sich um die Folgen des Brexits

Montag, 23. Oktober 2017

/dpa

Berlin/Brüssel/London – Die Arzneimittelbranche in Deutschland schaut zunehmend sorgenvoll auf die Gespräche der Europäischen Union (EU) mit Großbritannien zum Brexit. „Damit kommen auf Arzneimittel-Hersteller vor allem in den Bereichen Im- und Export, klinische Studien sowie bei der Wahl des Firmensitzes weitreichende Änderungen zu“, sagte der Geschäftsführer Wissenschaft beim Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH), Elmar Kroth.

Großbritannien wird zum 30. März 2019 aus der EU ausscheiden und damit für die EU-Mitgliedstaaten zu einem Drittland werden. Der BAH appelliert daher an die politisch Verantwortlichen, „pragmatische Lösungen“ zu finden. Unabhängig davon sei die Arzneimittelindustrie „gut beraten, sich schon jetzt auf den Brexit vorzubereiten“, so der Verband.

Anzeige

Die größten Probleme erwartet der BAH beim Im- und Export: 2016 haben deutsche Arzneimittel-Hersteller laut dem Statistischen Bundesamt Waren im Wert von 6,3 Milliarden Euro nach Großbritannien exportiert und im Wert von 2,2 Milliarden Euro importiert. Nach dem Brexit müssen Hersteller laut BAH zusätzliche Zertifikate und Unterlagen nachweisen, wenn sie Wirkstoffe oder Arzneimittel in Großbritannien ein- oder ausführen möchten.

„Sollte es keine gegenseitige Anerkennung der Zertifikate geben, rechne ich mit Exportausfällen und Handelsverzögerungen“, warnte Kroth. Außerdem müssten Hersteller, die ihren Firmensitz in der EU haben und auch nach dem Brexit nach Großbritannien exportieren möchten, künftig dort eine Niederlassung eröffnen. „Das bedeutet für die Firmen einen Mehraufwand in personeller und finanzieller Hinsicht“, betonte er.

Ein weiteres großes Fragezeichen sieht der Verband beim Thema klinische Prüfungen. Es sei offen, ob Großbritannien gemeinsam in der EU erarbeitete Verfahren dazu anerkennen werde. Falls nicht, wären laufende klinische Prüfungen laut dem BAH nicht mehr rechtsgültig. „Im Zweifelsfall müssen Hersteller neue Genehmigungen bean­tragen, damit die laufenden Studien fortgeführt werden können“, warnte Kroth. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

17. Oktober 2018
Darmstadt – Der Pharma- und Chemiekonzern Merck hat am Stammsitz Darmstadt rund 83 Millionen Euro in ein Verpackungszentrum für Tabletten investiert. Das „Pharma Packaging Center“ soll das alte
Merck investiert 83 Millionen Euro in Verpackungszentrum
16. Oktober 2018
Potsdam – Der wegen eines Pharmaskandals umstrittene Brandenburger Großhändler Lunapharm hat eine PR-Agentur eingeschaltet, um sich gegen angeblich falsche Vorwürfe zu wehren. Man wolle die
Lunapharm wehrt sich gegen Vorwürfe im Pharmaskandal
16. Oktober 2018
Darmstadt – Der Darmstädter Merck-Konzern setzt weiter seine Hoffnungen auf den Aufschwung im kommenden Jahr. 2018 hat das Pharma- und Spezialchemieunternehmen jedoch eine Durststrecke zu überwinden.
Merck bleibt optimistisch für 2019
18. September 2018
Berlin – Die Entwicklungsorganisation Oxfam fordert die Schließung von Steuerschlupflöchern für Pharmakonzerne. Vier große US-amerikanische Pharmaunternehmen stünden im Verdacht, Gewinne in
Oxfam: Steuerschlupflöcher für Pharmakonzerne schließen
12. September 2018
Berlin – Am 16. Oktober verliert das weltweit umsatzstärkste Medikament Adalimumab (Humira) des Pharamkonzerns AbbVie in Europa seinen Patentschutz. Allein in Deutschland wurde mit Adalimumab, das vor
Wettlauf um Rheumapatienten nach Patentablauf von Adalimumab
12. September 2018
Bonn – Der Pharmakonzern Bayer muss auf dem Beipackzettel für sein rezeptfreies Magenmittel Iberogast künftig auch vor sehr seltenen, aber schwerwiegenden Leberschäden warnen. Das Unternehmen habe
Bayer muss bei Iberogast auf mögliche Leberschädigungen hinweisen
11. September 2018
München – Ärzte ohne Grenzen und Ärzte der Welt kämpfen gegen ein Patent auf ein wirksames und teures Medikament gegen Hepatitis C. Vor dem Europäischen Patentamt in München haben sie Einspruch gegen
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER