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Ärzteschaft

KBV gegen eine Ablösung der gematik durch eine Behörde

Donnerstag, 26. Oktober 2017

/frankoppermann, stock.adobe.com

Berlin – Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), hat Rufen nach einer staatlichen Behörde als Ersatz für die gematik – Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte eine klare Absage. „Wir brauchen das nicht. Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie eine Behörde da schneller werden soll“, sagte Kriedel heute im Interview auf KV.on.

Kriedel zeigte sich zudem erstaunt darüber, dass der AOK Bundesverband nach dem  Staat ruft. Er nannte dies „ein eher singuläres und darüber hinaus auch kein gutes Signal“. Offenbar werde dort der Selbstverwaltung nicht viel zugetraut. „Ich bin da selbstbewusster“, erklärte der KBV-Vorstand. Er betonte, der gematik sei es gelungen, die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. „Wie aber mittlerweile jedem bewusst sein müsste, sind wir es nicht alleine, auf die es hier ankommt. Wir sind abhängig von der Industrie, was die pünktliche und umfassende Lieferung von Geräten angeht“, betonte Kriedel.

Erst kürzlich hatte der KBV-Vorstand auf aktuelle Probleme mit dem Praxisausweis (SMC-B) hingewiesen. Dieser legitimiert die Praxis, Zutritt zu den geschützten Datenautobahnen innerhalb der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) zu erhalten. Doch noch sei der Ausweis nicht erhältlich, teilte er mit. Grund sei, dass die sogenannten Trust-Center, die die Zertifizierung der Ärzte vorbereiten müssten, ihre Anträge nicht vollständig eingereicht hätten.

Die Trust-Center müssen zunächst selbst von der gematik und der KBV zertifiziert werden. Die KBV sieht die Hersteller in der Pflicht, damit die Ausweise rechtzeitig zum Start der TI für Praxen erhältlich sind. Die Bundesdruckerei, die zu den wenigen künftigen Trust-Centern gehören wird, verwies auf Nachfrage des Deutschen Ärzteblattes auf die „sehr unterschiedliche Anforderungen für die einzelnen Sektoren, beispielsweise bei den jeweiligen Antrags- und Freigabeportalen“.

Ein Sprecher erklärte, man arbeite die Sektoren im Gesundheitswesen nacheinander ab. „Die Zulassung als Anbieter in den Sektoren Ärzte sowie Psychotherapeuten wird aktuell bearbeitet; wir hoffen auf eine Erteilung im November“, sagte ein Sprecher. Der Zulassungsprozess als Anbieter im Sektor Krankenhäuser soll anschließend gestartet werden.

© EB/aerzteblatt.de

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