NewsAuslandItaliener muss wegen vorsätzlicher Ansteckung dutzender Frauen mit HIV in Haft
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Italiener muss wegen vorsätzlicher Ansteckung dutzender Frauen mit HIV in Haft

Montag, 30. Oktober 2017

/dpa

Rom – Ein italienisches Gericht hat einen Mann zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt, weil er 30 Frauen vorsätzlich mit dem HI-Virus angesteckt hat. Der 33-jährige Valentino T. muss nach dem Richterspruch vom vergangenen Freitag für 24 Jahre ins Gefängnis. Obwohl er seit 2006 von seiner HI-Infektion gewusst habe, hatte er bis zu seiner Festnahme 2015 mit dutzenden Frauen ungeschützten Geschlechts­verkehr.

Anzeige

Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft gefordert. Doch das Gericht in Rom kam nach rund zwölfstündigen Beratungen zu dem Urteil, dass T. keine „Epidemie“ ausge­löst habe, indem er das Virus verbreitete. Darauf steht nach italienischem Strafrecht lebenslänglich.

Die Opfer von T. waren zwischen 14 und knapp 40 Jahre alt, darunter Studentinnen und Mütter. Auch männliche Lebensgefährten von drei Opfern und ein Baby eines vierten Opfers infizierten sich in der Folge. 53 Partnerinnen machten die Ermittler ausfindig, 23 von ihnen blieben HIV-negativ.

Laut Staatsanwaltschaft zeigte sich T. vor Gericht uneinsichtig. Er habe „nie kooperiert“, „falsche Angaben“ gemacht und „trotz der Beweislage jede Verantwortung abgestrit­ten“, sagte Staatsanwältin Elena Neri. „Seine Handlungen hatten das Ziel, Tod zu säen.“ Der Angeklagte habe Menschen bewusst verletzt und eine „Epidemie“ ausgelöst; Letzterem folgte das Gericht jedoch nicht. Die Verteidigung stellte T. dagegen lediglich als „unvorsichtig“ dar. © afp/dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

13. Juli 2018
St. Louis – Der US-Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson (J&J) ist zu einer Milliardenstrafe verurteilt worden, weil bestimmte Körperpflegeprodukte Krebs verursacht haben sollen.
Milliardenstrafe für Pharmakonzern J&J wegen angeblicher Krebsrisiken
11. Juli 2018
Lübeck – In einem Prozess um die unerlaubte Abgabe der Ersatzdroge Methadon hat einer der beiden angeklagten Ärzte die Vorwürfe heute vor dem Lübecker Landgericht zurückgewiesen. „Wir haben niemanden
Prozess um unerlaubte Abgabe von Methadon
10. Juli 2018
Essen – Der Medizinskandal um mutmaßlich gepanschte Krebsmedikamente in einer Apotheke in Bottrop wird die Justiz auch nach dem Urteil weiter beschäftigen. Die Verteidiger des 48-jährigen Apothekers
Urteil gegen Apotheker: Anklage und Verteidigung legen Revision ein
10. Juli 2018
San Francisco – Im US-Prozess eines Krebspatienten gegen den Pestizidhersteller Monsanto haben am Montag die Eröffnungsplädoyers begonnen. Der Verteidiger des Klägers Dewayne Johnson, Brent Wisner,
Eröffnungsplädoyers in US-Prozess von Krebspatient gegen Monsanto
9. Juli 2018
Boston – Ein sogenannter Mosaik-Impfstoff, der Antigene verschiedener Varianten des HI-Virus enthält, hat in einer ersten klinischen Studie eine robuste Immunantwort erzielt. Nach den begleitenden
Neuer HIV-Impfstoff erzielt robuste Immunität bei Affen und Menschen
9. Juli 2018
Paris – Die renommierte medizinische Fachzeitschrift Lancet hat zwei Artikel des in Ungnade gefallenen italienischen Chirurgen Paolo Macchiarini zurückgezogen. Das Magazin verwies zur Begründung auf
Lancet zieht nach tödlichen Experimenten Artikel zurück
6. Juli 2018
Essen – Nach einem der größten Medizinskandale der vergangenen Jahre muss ein Apotheker aus dem Ruhrgebiet wegen gepanschter Krebsmedikamente für zwölf Jahre in Haft. Nach Überzeugung des Essener

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER