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Zehntausende versorgen sich mit Jodtabletten für atomaren Ernstfall

Montag, 30. Oktober 2017

Aachen – Zehntausende Menschen in der Region Aachen haben sich aus Angst vor einem Atomunfall bei einer Verteilaktion der Behörden mit Jodtabletten versorgt. Einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zufolge gingen bisher knapp 40.000 Anträge für jeweils einen Haushalt ein, der auch mehrere Personen umfassen kann. Damit liegt die Zahl derer, die sich über die Aktion mit Jodtabletten versorgt haben, schätzungs­weise bei rund 100.000. Anspruch haben etwa 600.000 Menschen.

Viele verunsicherte Bürger hätten sich schon vor der Behörden-Aktion Jodtabletten rezeptfrei in den Apotheken gekauft, sagte der Leiter der regionalen Koordinierungs­gruppe, Markus Kremer. Darum sei es absehbar gewesen, dass ein Teil der Bevölkerung von dem Angebot nicht mehr Gebrauch machen würde. Er ging davon aus, dass in den letzten Wochen bis zum 30. November noch mehr Personen die kostenlose und unbüro­kratische Möglichkeit nutzen werden.

Problem Thiange

„Wenn sich so viele Menschen Sorgen machen und sofort losgehen und sich Jod­tabletten holen, dann ist das schon ein alarmierendes Signal“, sagte der Sprecher der Städteregion, Detlef Funken.

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Wegen der Nähe zum umstrittenen belgischen Kernkraftwerk Tihange hatte die Region beim Land Nordrhein-Westfalen darauf gedrungen, die Bevölkerung schon jetzt mit den Tabletten zu versorgen. Politik und Verwaltung bezweifeln, dass dies im Ernstfall rechtzeitig gelingen kann. Die hochdosierten Jodtabletten sollen verhindern, dass die Schilddrüse radioaktives Jod aufnimmt.

Aachen liegt knapp 70 Kilometer von dem Kernkraftwerk Tihange entfernt. Wegen Tausender Mikrorisse an Meiler zwei ist die Sicherheit umstritten. Die Bundesregierung hatte vergeblich eine vorübergehende Abschaltung bis zur Klärung offener Sicher­heitsfragen gefordert. © dpa/aerzteblatt.de

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