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Ärzteschaft

KV Bayerns will 110 Bereitschafts­dienstpraxen einrichten

Montag, 30. Oktober 2017

/dpa

Forchheim/Bayreuth – In Bayern wird derzeit der ärztliche Bereitschaftsdienst reformiert. Ab dem kommenden Jahr soll es flächendeckend 110 Bereitschaftsdienst­praxen geben. Das gab die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) bekannt. Die Praxen sollen feste Anlaufpunkte für Patienten an Wochenenden und in den Abendstunden sein – und damit verhindern, dass Menschen mit vergleichsweise harmlosen Erkrankungen in die Notaufnahmen der Kliniken gehen, weil sie nicht wissen, wo und wann ein Allgemeinmediziner Dienst hat.

Zugleich will die KVB mit der Neuorganisation die Zahl der Bereitschaftsdienste für die Ärzte reduzieren. Denn nicht nur die niedergelassenen Hausärzte übernehmen Dienste in den Bereitschaftspraxen, sondern auch Mediziner, die sich freiwillig melden. Nach Einschätzung der KVB waren die vielen Bereitschaftsdienste bisher oft ein Hindernis für Ärzte, sich in ländlichen Gegenden niederzulassen. Die Situation habe sich nun deutlich verbessert, schilderte Hausärztin Beate Reinhardt, die im oberfränkischen Effeltrich (Landkreis Forchheim) praktiziert. In der Region Bamberg-Forchheim gibt es bereits seit Juli 2016 vier Bereitschaftspraxen.

Fahrdienst für Ärzte

Früher habe sie tagelang Bereitschaftsdienste gehabt, ständig habe sie damit rechnen müssen, dass nachts das Handy klingelt, sagte Reinhardt. „Das ist jetzt eine wahn­sinnige Erleichterung für uns: Wir wissen, wann wir Dienst haben – und wo wir Dienst haben: in der Bereitschaftspraxis.“

Für Hausbesuche in den Abendstunden und an Wochenenden richtet die KVB Fahr­dienste ein. „Der Arzt kann dadurch während der Fahrt schon Kontakt mit dem Patienten aufnehmen“, erläuterte Sprecherin Birgit Grain. Medizinerin Reinhardt bringt noch den Sicherheitsaspekt ins Spiel: Sie habe oft Angst gehabt, alleine „bei Nacht und Nebel“ in ländlichen Regionen zu Hausbesuchen zu fahren. Man müsse zu teils einsam liegenden Höfen eilen – „und weiß nicht, was einen dort erwartet“. Jetzt mit einem geschulten Fahrer sei es einfacher.

Die Kassenärztliche Vereinigung hat bislang gute Erfahrungen mit den schon eingerich­teten Bereitschaftspraxen gemacht, etwa in der Region Bamberg-Forchheim: Die Bevölkerung nehme die Angebote gut an, im Schnitt kämen pro Monat 3.250 Patienten. Für die niedergelassenen Mediziner der Region sei die durchschnittliche Bereitschaftszeit von 151 auf 66 Stunden jährlich gesunken.

Auch am Klinikum Forchheim ist man zufrieden. Die Notaufnahme sei spürbar entlastet worden, teilte eine Sprecherin mit. Die Bereitschaftspraxis sei nur 100 Meter vom Krankenhaus entfernt – handle es sich doch um eine schwerere Erkrankung, könne der Patient gleich eingewiesen werden. Auch weiterführende Spezialuntersuchungen ließen sich unkompliziert zeitnah in der Klinik durchführen. © dpa/aerzteblatt.de

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isnydoc
am Dienstag, 31. Oktober 2017, 19:22

Fragestellung unerwünscht?

@normalerdoktor: es tut mir ja leid, wenn ich so banale Fragen stelle, die mich sofort in Ihren Augen zu einem "aussergewöhnlichen" oder gar "unnormalen" Doktor machen.
By the way ... hätten Sie denn eine Antwort bezüglich der Kosten?
Claas Hüttenrauch
am Dienstag, 31. Oktober 2017, 19:01

Beispiel einer Milchmädchen-Rechnung

Bamberg Lkr. 1167 km2,146 T Einwohner, 36 Gemeinden
Forchheim: Lkr. 642 km2 , 115 T Einwohner, 29 Gemeinden

"...Vier Bereitschaftspraxen seit Juli 2016
In Abendstunden und an Wochenenden Fahr-Dienste
Im Schnitt pro Monat 3.250 Patienten
Durchschnittliche Bereitschaftszeit 66 Stunden (vormals 151 Std.) jährlich..."

Versuch einer Milchmädchen-Rechnung aus obigen Angaben:

Personalaufwand: Fahrdienst & Sitzdienst = 2 Ärzte / Dienst pro Bereitschafts-Praxis incl. Fahrdienst
= 8 Ärzte / Dienst bei 4 Bereitschaftspraxen.

Zeitaufwand:
66 Std/J gesamt / 6 Std-Dienst = 11 Dienste Jahr

Frequenzen:
3250 Patienten/mon / 4 Praxen = 812 Pat/mon/ Praxis
812 Pat/31 Tage = 26 Pat/d

Arbeitszeiten:
Anzahl Schichten ?,zB werktags 1 Schicht, wochenends 2 ?, 3? Schichten, Beginn / Ende Schichten?

Arbeitsbelastung:
26 Pat/ 6 Std = 4.3 Pat./ Std.
Alternativ: 12 Std, 24 Std?/ pro Bereitschaftspraxis
Hauptfrequenz-Zeiten: Sa.'s, ...

Vergütung nach doppelter Buchhaltung:
Einnahmen:
(Keine) Zeitpauschale Sitzdienst?
Fallpauschale:
1 Pat = ca 15 € / KVB - Vergütung
4.3 Pat = 65,-€ brutto / Std
26 Pat / Schicht / Praxis = 390,-€ brutto (max.)
Steuersatz ca 40% : 234,-€ netto/6-Std-Schicht
= 39,-€ netto/Std.

Ausgaben:
Kosten-Umlage Ärzte für Bereitschaftsdienst von KVB ?
Unterhaltskosten / Praxis?
Aufbau-Kosten Portalpraxen?

Beispiel Anschaffung Verbandswagen:
"Beschaffung von Materialwagen, Visitenwagen, Medienwagen und Verbandswagen für bayerische Bereitschaftspraxen"
Ausschreibung im Internet :

https://ausschreibungen-deutschland.de/349462_Beschaffung_von_Materialwagen_Visitenwagen_Medienwagen_und_Verbandswagen_fuer_bayerische_2017_Bayreuth

Kostenpunkt intern kolportiert: ca. 4800,- Euro / Verbandswagen

Qualität Einrichtung Bereitschaftsdienst-Praxen?
Qualität Räumlichkeiten, Lage?

Nicht erwähnt wurden zB Angaben zum Fahrdienst: Fahrstrecken, Fahrzeiten, Anzahl Besuche, Kosten, Honorare, ...

Unterm Strich: Was bleibt den Kollegen?
Wieviele Mediziner werden sich "freiwillig" noch melden wollen?

Für etwaige konkrete Richtigstellungen o.g. blosser Vermutungen mit verbindlichem Dank im voraus verbleibend. MfG,
normalerdoktor
am Dienstag, 31. Oktober 2017, 07:27

Nie zufrieden?

@isnydoc: lieber Kollege, Ihnen ist offenbar nicht zu helfen. Da initiiert und präsentiert eine KV eine wirkliche Verbessrung aus Sicht der Ärzte, der Patienten und der Funktionsfähigkeit des Systems. Und Ihnen fällt nix anderes ein als zu meckern und zu motzen. Was ist denn Ihr konstruktiver Vorschlag zur Lösung der angesprochenen Probleme? Nur heraus damit.
isnydoc
am Montag, 30. Oktober 2017, 17:31

Grossauftrag für Praxiseinrichter schon ausgeschrieben?

Wer zahlt dafür?
Ich vermute mal, dass man entsprechende Notfalldienstabgaben bei den sowieso dienstverpflichteten "Vertragsärzten" in der Quartalsabrechnung einbehält, die vertragen das ja immer ...
Was tut man nicht alles, um den "Sicherstellungsauftrag" bis zum letzten Vertragsarzt zu behalten?

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