NewsPolitikVerdi warnt vor Zuspitzung des Personalmangels in der Altenpflege
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Verdi warnt vor Zuspitzung des Personalmangels in der Altenpflege

Mittwoch, 1. November 2017

Stuttgart – Die Gewerkschaft Verdi sieht erhebliche Defizite bei der Betreuung von Senioren in Pflegeheimen in Baden-Württemberg. „Auch in der Altenpflege halten die Beschäftigten den Betrieb aufrecht, indem sie tagtäglich über ihre Belastungsgrenzen gehen“, sagte Verdi-Landeschef Martin Gross in Stuttgart. Er verwies auf eine Erhebung der Gewerkschaft, wonach im Südwesten allein 21.000 Stellen in den Einrichtungen der Langzeitpflege fehlten, davon rund 15.000 Pflegekräfte.

„Nachts alleine für einen ganzen Wohnbereich zuständig sein, ist eine Zumutung für die Pflegekräfte und für die Bewohner“, sagte Gross. Da brauche es sofort eine Verbesserung. Es dürfe aber nicht die Besetzung im Tagdienst abgezogen werden. Altenpflege sei zwar Ländersache, aber Verdi fordere eine deutschlandweite Rahmenregelung, die einen bundesweiten festen Personalschlüssel zwingend vorschreibe.

Kaum Fachkräfte zu bekommen

Die Gewerkschaft sieht auch die Bezahlung der Pflegekräfte als ein Grund für den Personalmangel an. „Auch die Politik hat eine Verantwortung dafür, dass der Beruf wieder für eine erfolgreiche Nachwuchsgewinnung attraktiver wird. Dazu gehört die Bezahlung genauso wie bessere Arbeitsbedingungen“, sagte Gross. Viele private Einrichtungen zahlten ihren Mitarbeitern deutlich weniger als Betriebe, deren Träger Kommunen oder Kirchen sind. „Die Tariflandschaft ist sehr unterschiedlich“, sagte Gross.

Anzeige

Eine Sprecherin des Sozialministeriums in Stuttgart sagte, stationäre Altenpflege­einrichtungen hätten, „insbesondere in den grenznahen Regionen, damit zu kämpfen, Pflegefachkräfte zu gewinnen und die Fachkraftquote zu erfüllen“. Ende 2015 waren nach Angaben der Statistiker im Südwesten rund 328.000 Menschen pflegebedürftig. Davon wurde rund ein Viertel stationär in Pflegeheimen betreut und 66.000 durch ambulante Pflegedienste. Nach Modellrechnungen des Statistischen Landesamtes in Stuttgart könnte die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2030 auf rund 405.000 Menschen und der Bedarf an Pflegepersonal um rund 170.000 Personen ansteigen.

Angesichts der starken Zunahme der Pflegebedürftigen in den nächsten Jahren wird sich der Fachkräftemangel erhöhen, daher seien „weiterhin verstärkte Maßnahmen zur Nachwuchsgewinnung in der Pflege notwendig“, sagte eine Ministeriumssprecherin. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. Mai 2020
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) will bald die Grundlage für mehr Tests auf das Coronavirus SARS-CoV-2 in Krankenhäusern und Pflegeheimen schaffen. „Mein Ziel ist es, noch im Mai
Spahn kündigt präventive Tests in Heimen und Kliniken an
22. Mai 2020
Berlin − Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, fordert als Konsequenz aus der Coronakrise, dass Besuchsmöglichkeiten mit Infektionsschutz Standard in
Pflegebeauftragter will durch Scheiben getrennte Besuchsräume
22. Mai 2020
Stuttgart – Das Krebsregister Baden-Württemberg erfüllt alle Kriterien zur finanziellen Förderung durch die Krankenkassen. Das Register habe damit als eines der ersten bundesweit diesen wichtigen
Krebsregister Baden-Württemberg erfüllt alle Auflagen
19. Mai 2020
Hannover – Niedersachsen hebt das im Zuge der Coronaepidemie erlassene Besuchsverbot für Heimbewohner und Klinikpatienten ab morgen teilweise auf. Wie in anderen Bundesländern bereits seit eineinhalb
Niedersachsen lockert Besuchsverbot in Heimen und Kliniken
15. Mai 2020
London – In Großbritannien sind binnen zwei Monaten tausende Bewohner von Pflegeheimen an den Folgen einer Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben. Insgesamt seien im März und April in den Regionen England
Mehr als 12.500 Heimbewohner in Großbritannien an COVID-19 gestorben
13. Mai 2020
Saarbrücken − Im Saarland geht die flächendeckende Testung zur Früherkennung von Coronainfektionen in Pflegeeinrichtungen in die nächste Runde. Nach Angaben von Ge­sund­heits­mi­nis­terin Monika
Saarland weitet Coronatests in Pflegeheimen aus
13. Mai 2020
Berlin – Deutschland benötigt laut einer neuen Untersuchung bis 2030 bis zu 293.000 zusätzliche Pflegeheimplätze. Dies entspricht einem jährlichen Neubaubedarf zwischen rund 210 und 390 Heimen bis zum
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER