Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Berufliche Sterbebegleitung belastet

Donnerstag, 2. November 2017

/dpa

Gießen – Die Betreuung und Begleitung Sterbender ist enorm belastend, bietet aber auch Chancen zur individuellen Entwicklung. Das ist das Ergebnis einer Studie der TransMIT-Versorgungsforschung in rund 400 Einrichtungen unterschiedlicher Versorgungssektoren. Demnach sieht sich trotz beruflicher Erfahrungen nur jeder Vierte besser auf das eigene Sterben vorbereitet, jeder Achte fühlt sich dadurch sogar belastet.

Die Mehrheit der befragten Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten fühlt sich laut Studie auf den Umgang mit Sterbenden gut vorbereitet, viele sehen in den praktischen Erfahrungen mit Sterbenden und deren Angehörigen zudem wesentliche Einfluss­faktoren beruflicher Identitätsbildung. Allerdings glaubt nur rund jeder dritte Befragte (30 Prozent), dass die Sterbebegleitung spurlos an den Mitarbeitern vorübergeht.

Ärzte am wenigsten vorbereitet

Vor allem in Heimen fühlen sich Angestellte stark belastet, gleichzeitig aber auch besser auf die Betreuung Sterbender vorbereitet. Dagegen attestieren Ärzte der eigenen Ausbildung die geringste Vorbereitungsqualität, können erste berufliche Erfahrungen aber auch schwerer bewältigen.

„Wir waren überrascht darüber, wie groß das Aussprachebedürfnis bei den Befragten war“, betonte TransMIT-Studienleiter Wolfgang George. Dabei sei vielfach betont worden, dass die gute Versorgung und Betreuung Sterbender weniger ein Erkenntnis-, sondern vielmehr ein Umsetzungsproblem sei. „Bezeichnend ist, dass nicht nur der normale Bürger, sondern auch Krankenhaus- und Pflegeeinrichtungsmitarbeiter das eigene Zuhause als ihren Sterbeort wählen würden“, erklärte George.

Die TransMIT GmbH unterstützt Wissenschaftler, Institute und Forschungseinrichtun­gen dabei, Forschungsergebnisse zu Produkten weiterzuentwickeln. Gesellschafter­hoch­schulen der TransMIT GmbH sind die Justus-Liebig-Universität Gießen, die Technische Hochschule Mittelhessen und die Philipps-Universität Marburg. © hil/sb/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

12. April 2018
Potsdam – Der Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), Heiner Melching, kritisiert eine unzureichende Versorgung todkranker Menschen. Außer in Schleswig-Holstein sei
Mediziner kritisiert mangelnde Versorgung todkranker Menschen
19. März 2018
Beer-Sheva/Israel – In Israel, wo derzeit 30.000 Patienten Cannabis auf Rezept erhalten, sind die Erfahrungen überwiegend positiv. Nach einer aktuellen Umfrage unter Krebspatienten im European Journal
Palliativmedizin: Gute Erfahrungen mit medizinischem Cannabis in Israel
14. März 2018
Berlin – Ein Impulspapier zur Umsetzung der „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ in der Pflege hat jetzt der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe
Pflegende brauchen verlässliche Rahmenbedingungen
23. Februar 2018
Berlin – Um Bedarf und Wünschen von Krebspatienten besser gerecht zu werden, müssen palliativmedizinische Versorgung und onkologische Pflege neu ausgerichtet werden. Zu diesem Schluss kamen Experten
Palliative und onkologische Pflege stärker am Patientenbedarf ausrichten
22. Februar 2018
Berlin – Menschen mit geistiger Beeinträchtigung sollen einen besseren Zugang zur Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland erhalten. „Für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung und ihre
Neue Leitfäden zur Sterbebegleitung für geistig Behinderte
16. Februar 2018
Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) hat ihre Online-Adressdatenbank „Wegweiser Hospiz- und Palliativversorgung Deutschland“ um verschiedene Sprachen erweitert. Ab sofort
Hospizdatenbank jetzt in acht Sprachen
9. Januar 2018
Berlin – Die Krankenkassen haben 2017 rund 76 Millionen Euro für die Förderung ambulanter Hospizdienste ausgegeben. Das waren vier Millionen Euro mehr als im Vorjahr, wie der Verband der Ersatzkassen

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige