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Politik

Schwangerschafts­beratungsstellen in Sachsen-Anhalt sollen mehr Geld erhalten

Montag, 6. November 2017

Magdeburg/Halle – Die Schwangerschaftsberatungsstellen in Sachsen-Anhalt sollen in Sachsen-Anhalt erstmals mehr Mittel erhalten. Das sieht ein Gesetzentwurf des SPD-geführten Sozialministeriums vor. Demnach soll die Höhe der Pauschalen von aktuell 56.800 Euro pro Beratungsstelle mit einer vollzeitbeschäftigen Beraterin auf 65.7200 Euro erhöht werden. Für die zweite Beratungsfachkraft sollen künftig 51.900 Euro gezahlt werden statt bislang knapp 42.000 Euro, wie ein Ministeriumssprecher mitteilte.

In Sachsen-Anhalt gibt es derzeit 40 Beratungsstellen, die sich um Schwangere, aber auch um Menschen mit Kinderwunsch oder finanziellen Problemen oder Konflikten kümmern. Seit 2008 werden sie vom Land mit konstanten Pauschalen finanziert.

Rund 29.000 Ratsuchende

Dem Landesverwaltungsamt zufolge haben die Stellen im vergangenen Jahr rund 28.900 Frauen und Männern mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Das waren rund 1.000 mehr als im Jahr zuvor, aber etwa 1.000 weniger als in den Jahren 2013 und 2014. Das teilte das Landesverwaltungsamt mit.

Die Statistik zeigt, dass Frauen und Männer jeden Alters Hilfe suchen. Im vergangenen Jahr wendeten sich beispielsweise mehr als 200 unter 15-Jährige an die Stellen, darunter 53 Jungen. In 39 Fällen ging es um eine Schwangerschaftskonfliktberatung. Die am häufigsten beratene Gruppe war die der 25- bis 30-Jährigen. Diese hatte einen Anteil von 28 Prozent an allen Hilfesuchenden. In der Altersgruppe 45plus ließen sich rund 200 Schwangere beraten und rund 500 nicht Schwangere sowie knapp 280 Männer.

In fast allen Beratungen ging es um sozialrechtliche Informationen, in mehr als 3.400 Fällen um Familienplanung, in etwas mehr Fällen um das Thema Verhütung. Noch mehr gefragt waren medizinische Aspekte einer Schwangerschaft oder Entbindung – die Statistik weist rund 7.200 Fälle aus.

Malgorzata Molak, Beraterin und Leiterin der Schwangerschaftsberatungsstelle des Deutschen Roten Kreuzes in Halle-Neustadt, zufolge sind die Beratungen in den vergangenen Jahren aufwendiger geworden. Das liege zum einen an den sozial­rechtlichen Vorschriften, zum anderen fragten mehr Migranten nach Beratung.

Stärker thematisiert würden in letzter Zeit vorgeburtliche Untersuchungen, die mögliche Behinderungen des Ungeborenen feststellen können. Die Paare wollten wissen, was es bedeute, wenn ein Kind möglicherweise behindert sei, sagte sie. Auch Kinderwunschbehandlungen seien immer wieder Thema. © dpa/aerzteblatt.de

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