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Politik

Streit um Aufforderung zu Klinikschließungen

Dienstag, 7. November 2017

Saabrücken – Wenn es weniger Krankenhäuser in Deutschland geben würde, könnten an den übrigen Häusern mehr Pflegekräfte arbeiten. Das würde diese entlasten. Diesen Vorschlag hat der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, Ferdinand M. Gerlach, in einem Interview in der Saarbrücker Zeitung gemacht – und ist damit bei der Deutschen Krankenhausgesell­schaft (DKG) auf Kritik gestoßen.

„Würden wir die Zahl der Krankenhäuser insbesondere in Ballungsgebieten reduzieren – wenn wir ein Viertel zumachen würden, würde sich die Qualität nicht verschlechtern – und würden wir unnötige Leistungen nicht mehr erbringen, hätten wir wieder mehr Pflegekräfte frei“, erläuterte Gerlach, der Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin an der Goethe-Universität Frankfurt ist. Die Pflegekräfte könnten dann dort eingesetzt werden, wo sie wirklich gebraucht würden, für Dinge, die wirklich notwendig seien. Der Politik warf er vor, zu diesen Strukturveränderungen nicht bereit zu sein.

Die DKG betonte heute, es sei zu begrüßen, dass kompetente Hausärzte in Deutschland sich Gedanken darüber machen, wie die Beteiligung der ambulanten Medizin an der Versorgung kranker und schwerstkranker Menschen verbessert werden könne. „Wenn jedoch ein Viertel der Krankenhäuser geschlossen würde, entstünde ein Behandlungs­notstand allererster Ordnung in Deutschland“, sagte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum.

In nahezu allen Regionen des Landes hätten Menschen inzwischen Probleme beim Zugang zu medizinischer Versorgung. Selbst in Großstädten wie Berlin gebe es Probleme, Geburtsabteilungen in Krankenhäusern zu finden, die freie Aufnahmekapazitäten hätten.

„Zu Recht wird in der aktuellen politischen Diskussion der Stellenwert einer ausreichenden, guten und flächendeckenden Versorgung durch Krankenhäuser als besonderes sozialpolitisches Ziel hervorgehoben. Die Schließung von Kliniken bei steigendem medizinischen Versorgungsbedarf der Bevölkerung kann auch keinen Beitrag zur Lösung der Pflegepersonalproblematik leisten“, sagte Baum. © may/EB/aerzteblatt.de

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