NewsPolitikStreit um Aufforderung zu Klinikschließungen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Streit um Aufforderung zu Klinikschließungen

Dienstag, 7. November 2017

Saabrücken – Wenn es weniger Krankenhäuser in Deutschland geben würde, könnten an den übrigen Häusern mehr Pflegekräfte arbeiten. Das würde diese entlasten. Diesen Vorschlag hat der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, Ferdinand M. Gerlach, in einem Interview in der Saarbrücker Zeitung gemacht – und ist damit bei der Deutschen Krankenhausgesell­schaft (DKG) auf Kritik gestoßen.

„Würden wir die Zahl der Krankenhäuser insbesondere in Ballungsgebieten reduzieren – wenn wir ein Viertel zumachen würden, würde sich die Qualität nicht verschlechtern – und würden wir unnötige Leistungen nicht mehr erbringen, hätten wir wieder mehr Pflegekräfte frei“, erläuterte Gerlach, der Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin an der Goethe-Universität Frankfurt ist. Die Pflegekräfte könnten dann dort eingesetzt werden, wo sie wirklich gebraucht würden, für Dinge, die wirklich notwendig seien. Der Politik warf er vor, zu diesen Strukturveränderungen nicht bereit zu sein.

Die DKG betonte heute, es sei zu begrüßen, dass kompetente Hausärzte in Deutschland sich Gedanken darüber machen, wie die Beteiligung der ambulanten Medizin an der Versorgung kranker und schwerstkranker Menschen verbessert werden könne. „Wenn jedoch ein Viertel der Krankenhäuser geschlossen würde, entstünde ein Behandlungs­notstand allererster Ordnung in Deutschland“, sagte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum.

In nahezu allen Regionen des Landes hätten Menschen inzwischen Probleme beim Zugang zu medizinischer Versorgung. Selbst in Großstädten wie Berlin gebe es Probleme, Geburtsabteilungen in Krankenhäusern zu finden, die freie Aufnahmekapazitäten hätten.

„Zu Recht wird in der aktuellen politischen Diskussion der Stellenwert einer ausreichenden, guten und flächendeckenden Versorgung durch Krankenhäuser als besonderes sozialpolitisches Ziel hervorgehoben. Die Schließung von Kliniken bei steigendem medizinischen Versorgungsbedarf der Bevölkerung kann auch keinen Beitrag zur Lösung der Pflegepersonalproblematik leisten“, sagte Baum. © may/EB/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

5. Juli 2018
Berlin – Die Bundesländer kommen ihrer gesetzlich vorgeschriebenen finanziellen Verpflichtung für Krankenhausinvestitionen weiterhin nicht nach. Das geht aus einer neu überarbeiteten Bestandsaufnahme
Krankenhäuser schlagen Alarm wegen Investitionslücke
20. Juni 2018
Berlin – Der Wissenschaftliche Beirat des Bundesfinanzministeriums hat die Krankenhauslandschaft in Deutschland kritisiert. „Es gibt stationäre Überkapazitäten und gleichzeitig apparativ schlecht
Finanzministerium: Kassen sollen planbare Operationen steuern
15. Juni 2018
Wolgast – Das Kreiskrankenhaus Wolgast soll als erster Anlaufpunkt für die Region Wolgast und Usedom in der medizinischen Akut-und Grundversorgung sowie in der Altersmedizin gestärkt werden. Wie
Krankenhaus Wolgast mit Zukunftskonzept
31. Mai 2018
Schwerin – Die Opposition in Mecklenburg-Vorpommern ist weiter unzufrieden mit der Situation im Kreiskrankenhaus Wolgast. Wenn wie geplant das Labor zum 1. Juni geschlossen werde, sehe sie schwarz für
Opposition in Mecklenburg-Vorpommern kritisiert Situation im Kreiskrankenhaus Wolgast
30. Mai 2018
Potsdam/Berlin – Berlin und Brandenburg wollen voraussichtlich noch in diesem Sommer einen Steuerungskreis einrichten, der den Prozess einer gemeinsamen Krankenhausplanung strukturieren soll. Das hat
Berlin und Brandenburg wollen Steuerungskreis für Krankenhausplanung einrichten
15. Mai 2018
Erfurt – Der 121. Deutsche Ärztetag hat sich mit einem Appell an die 32 Landesminister in den Ressorts Gesundheit und Finanzen gewendet. Sie sollen die Kran­ken­haus­struk­tu­ren zukunfts-, aber vor allem
Ärzteschaft will Trendwende im stationären Sektor
8. Mai 2018
Düsseldorf/Schwerin – In der CDU regt sich Widerstand gegen die Pläne zur Straffung der deutschen Krankenhauslandschaft. „Wir haben uns heute gemeinsam gegen eine Überbetonung der Qualitätskriterien

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER