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Medizin

Rheuma: Methotrexat nach Grippeimpfung für zwei Wochen aussetzen

Dienstag, 7. November 2017

/dpa
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Seoul – Eine zweiwöchige Medikamentenpause von Methotrexat, dem am häufigsten eingesetzten Basistherapeutikum bei rheumatischen Erkrankungen, kann nach einer Grippeimpfung die Schutzwirkung verbessern. Dies kam in einer randomisierten Studie heraus, deren Ergebnisse auf der Jahrestagung des American College of Rheumatology in San Diego vorgestellt wurden. 

Die meisten zur Basistherapie eingesetzten krankheitsmodifizierenden Medikamente (DMARD) haben eine immunsupprimierende Wirkung. Sie sollen verhindern, dass eine chronische Autoimmunreaktion die Gelenke zerstört. Gleichzeitig behindern die DMARD die Immunabwehr gegen Infektionen. Den Patienten wird deshalb zu einem ausreichenden Impfschutz geraten (allerdings unter Vermeidung von Lebendimpf­stoffen).

Ein ausreichender Impfschutz wird allerdings nur erreicht, wenn das Immunsystem in der Lage ist, protektive Antikörper zu bilden. Auch hier haben viele DMARD einen störenden Einfluss. Die Lösung des Dilemmas könnte in einer kurzfristigen Medika­mentenpause nach der Impfung liegen. 

Ein Team um Jin Kyun Park von der Universität Seoul hat diese Strategie für das DMARD Methotrexat in einer prospektiven Parallelgruppenstudie untersucht, an der 316 Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) teilnahmen, die seit Längerem mit einer stabilen Methotrexat-Dosis behandelt wurden. 

Die RA-Patienten wurden auf zwei Gruppen randomisiert: 156 setzten ihre reguläre Methotrexat-Behandlung fort, die anderen 160 setzten nach einer saisonalen Grippe­impfung zwei der wöchentlichen Dosierungen aus. Die Studie fand während der letztjährigen Grippesaison statt. Zum Einsatz kam eine quadrivalente Vakzine mit Komponenten gegen H1N1, H3N2, B-Yamagata und B-Victoria.

Primärer Endpunkt war die Bildung von protektiven Antikörpern, die vier Wochen nach der Impfung mit dem Hämagglutinationshemmtest bestimmt wurde. Gefordert wurde ein vierfacher Anstieg des Antikörpertiters. Dieses Ziel wurde nach der zweiwöchigen Methotrexat-Pause von 75,5 Prozent der Patienten erreicht gegenüber 54,5 Prozent unter fortgesetzter Methotrexat-Therapie. 

Die Medikamentenpause erhöhte die Seroprotektionsrate gegen alle vier Komponenten des Grippeimpfstoffs. Auch der H1-Antikörpertiter war signifikant höher. Alle Patienten der Studie vertrugen den Impfstoff gut. Eine verminderte Krankheitsaktivität nach der Impfung konnte allerdings nicht nachgewiesen werden.

Eine ähnlich günstige Wirkung hatte eine frühere Pilotstudie erzielt, deren Ergebnisse jüngst in den Annals of the Rheumatic Diseases (2017; doi: 10.1136/annrheumdis-2017-211128) publiziert wurden. Dort war auch untersucht worden, ob eine vierwöchige Methotrexat-Pause vor der Impfung die Antikörperbildung verbessert. Dies war nicht der Fall. Auch die Verlängerung der Pause auf vier Wochen nach der Impfung scheint den Effekt nicht zu verbessern. © rme/aerzteblatt.de

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