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Ärzteschaft

Interdisziplinäre Zusammenarbeit bei Diabetes und Bluthochdruck

Dienstag, 7. November 2017

Berlin – Es ist ein Novum: Da die Volkskrankheiten Diabetes mellitus und Bluthoch­druck eng miteinander verbunden sind, diskutieren Ende dieser Woche erstmals auch die Teilnehmer der 11. Herbsttagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) und des 41. Wissenschaftlichen Kongresses der Deutschen Hochdruckliga (DHL) gemeinsam aktuelle Themen. „Die interdisziplinäre Zusammenarbeit soll eine effektivere Bekämpfung der Volks­krankheiten Diabetes mellitus und Bluthochdruck ermöglichen“, sagte Monika Kellerer, Tagungspräsidentin der Diabetes-Herbsttagung und Ärztliche Direktorin am Marien­hospital Stuttgart, heute im Vorfeld der Tagung in Berlin.

Viele Veranstaltungen, die vom 10. bis 11. November 2017 im Congress Center Rosengarten in Mannheim stattfinden, seien speziell zu gemeinsamen Aspekten wie Diabetes und Gefäßerkrankungen, Bluthochdruck und Nierenerkrankungen sowie Prävention oder Adhärenz konzipiert worden, erläuterte die Tagungspräsidentin.

Viele Gemeinsamkeiten

„Die beiden Volkskrankheiten fördern sich gegenseitig und haben viel gemeinsam“, betonte Kellerer. Beide seien „stille Killer“: Sie verursachten lange Zeit keine Beschwer­den, wiesen daher eine hohe Dunkelziffer an Betroffenen auf, schädigten die inneren Organe und seien wichtige Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Beide Fachgesellschaften werden in Mannheim aber auch fachinterne Symposien durchführen. Ein Schwerpunkt soll in diesem Jahr unter anderem die Therapie von schwer einstellbaren Hypertoniepatienten sein. Walter Zidek, Sprecher der Sektion „Versorgungsstrukturen/ Hypertoniezentren“ der DHL und Klinikdirektor an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, Schwerpunkt Nephrologie, Endokrinologie und Transplantationsmedizin, wies auf die vielfältigen Ursachen für schwer einstellbare Hypertonie hin. „Ohne ein klares Konzept für die Diagnostik und Versorgung, kann es zu einer Über- oder Fehlbehandlung kommen, die enorme Ressourcen bindet, ohne zu einer Lösung zu führen“, mahnte er.

Ein großer Teil der schwer einstellbaren Patienten habe zudem Probleme mit der Einnahmetreue der verordneten Medikamente. „Oft ist es in der Praxis nicht einfach, diese Patienten auszumachen und auch nicht leicht, ihre Haltung zur Medikation zu verändern“, erklärte er. Darüber hinaus könne eine Nierenerkrankung oder eine endokrinologische Erkrankung einem schwer einstellbaren Bluthochdruck zugrunde liegen.

Auch eine Begleiterkrankung wie Niereninsuffizienz, das metabolische Syndrom oder eine obstruktive Schlafapnoe erschwerten die Behandlung. Deshalb setze die Deutsche Hochdruckliga an dieser Stelle mit ihrem Angebot zur Qualifizierung und Zertifizierung an. „Wir benötigen Spezialisten und interdisziplinäre Zentren“, betonte Zidek.

Diskutiert werden soll in Mannheim zudem der „Code of Conduct Digital Health“ der DDG, mit dem die Fachgesellschaft eine Basis für den digitalen Transformationsprozess schaffen will. © ER/aerzteblatt.de

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