NewsÄrzteschaftKammern und KVen fordern aktiven Umgang mit Fehlern und Beinahe-Fehlern
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Kammern und KVen fordern aktiven Umgang mit Fehlern und Beinahe-Fehlern

Mittwoch, 8. November 2017

/gornist, stock.adobe.com

Düsseldorf/Dortmund/Münster – Krankenhäuser müssen ein lernendes System sein und ihre Sicherheitskultur ständig verbessern. Systeme, in denen Mitarbeiter Fehler und Beinahe-Fehler anonym melden können, sind dafür ein wichtiges Instrument. Darauf haben die Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) in Nordrhein-Westfalen (NRW) zusammen mit der Krankenhausgesellschaft des Bundeslandes hingewiesen.

„Dass Fehler passieren, aus welchen Gründen auch immer, können wir nicht verhindern. Aber wir können von den kritischen Ereignissen anderer lernen und auf diese Weise das eigene Handeln reflektieren“, sagte Wolfgang-Axel Dryden, erster Vorsitzender der KV Westfalen-Lippe.

Anzeige

Unterstützendes System

Das Fehlermeldesystem (Critical Incident Reporting System, CIRS) CIRS-NRW unter­stützt die Krankenhäuser dabei. CIRS-NRW ist eine gemeinsame Initiative der Ärztekammern und KVen Nordrhein und Westfalen-Lippe und der Krankenhaus­gesellschaft NRW in Zusammenarbeit mit dem Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin.

Das System richtet sich an alle in der Gesundheitsversorgung Tätigen, also an Ärzte, Pflegekräfte, medizinische Fachangestellte, Angehörige anderer Gesundheits­berufe und Verwaltungsmitarbeiter. Es bietet die Möglichkeit, nicht nur aus den etablierten einrichtungsinternen CIRS, sondern auch aus den Berichten und kritischen Ereignissen anderer Krankenhäuser und Praxen zu lernen.

In diesem Monat ist der 1.000. Bericht in das System eingestellt worden – und es sollen noch deutlich mehr Berichte werden. „Nur wenn wir als Akteure im Gesund­heits­wesen die Chance erhalten, von den Fehlern anderer zu lernen, können wir unser System nachhaltig verbessern“, betonen die Initiatoren von CIRS-NRW.

Wichtig sei, dass CIRS kein Anschuldigungssystem sei. „Kritische Ereignisse dürfen passieren, aber sie dürfen kein zweites Mal passieren“, so die Initiatoren. In Arztpraxen und Krankenhäusern sei es besonders wichtig, mögliche kritische Ereignisse zu erkennen und ihre Ursachen zu beseitigen, denn die Patientensicherheit müsse für alle Beteiligten im Gesundheitssystem höchste Priorität haben.  © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

21. Dezember 2018
Berlin – Die Charité - Universitätsmedizin Berlin hat das „WHO Patient Safety Guide – Multiprofessional Edition“ der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) in eine deutschsprachige Version übersetzt und
Patientensicherheit: Charité veröffentlicht deutschsprachige Version des WHO-Mustercurriculums
20. Dezember 2018
Stuttgart – Weil Ärzte im Bundeswehrkrankenhaus in Ulm bei einer Operation eine Nadel im Unterleib einer Patientin vergessen haben, muss die Bundesrepublik Deutschland Schmerzensgeld zahlen. In einem
Bundesrepublik muss Schmerzensgeld wegen vergessener OP-Nadel bezahlen
18. Dezember 2018
Palo Alto/Kalifornien – Eine gewisse mentale Anspannung mag nützlich sein, weil es die Aufmerksamkeit erhöht. Ein zu hoher Stresslevel kann jedoch die Fehlerrate von Chirurgen erhöhen, wie eine Studie
Stress erhöht Fehlerrate von Chirurgen
20. September 2018
Göppingen – Nach der mutmaßlichen Verwechslung von Infusionslösungen bei einer Klinik in Göppingen mit zwei Todesfällen geht es den anderen vier betroffenen Patienten wieder besser. Die drei Männer im
Zwei Tote durch falsche Arznei: Behörden gehen von Unglück aus
19. September 2018
Berlin – Vor zehn Jahren gründete die Ärztekammer Berlin in der Hauptstadt das Netzwerk Critical Incident Reporting System (CIRS) Berlin mit sieben Krankenhäusern. „Mittlerweile sind 36 Krankenhäuser
Zehn Jahre CIRS: „Der Kulturwandel ist noch nicht vorbei“
24. August 2018
Karlsruhe – Der Arzt hat sicherzustellen, dass der Patient von Arztbriefen mit bedrohlichen Befunden – und gegebenenfalls von der angeratenen Behandlung – Kenntnis erhält, auch wenn diese nach einem
Bundesgerichtshof: Patient muss Befund auf jeden Fall bekommen
9. August 2018
Oldenburg – Ein Experte soll mögliche Behandlungsfehler bei Bauchspeicheldrüsenoperationen im Klinikum Oldenburg aufdecken. Die Ärztekammer sei beauftragt, einen Gutachter zu benennen, sagte eine
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER