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Unkontrollierter Harnverlust auch für Jüngere ein Thema

Mittwoch, 8. November 2017

/Thommy Weiss, pixelio.de

Köln – Unkontrollierter Harnverlust ist nicht nur ein Thema für ältere Menschen. Das zeigt der aktuelle Report „Tabuthema Inkontinenz“ des internationalen Markt­forschungs- und Beratungsinstituts YouGov. Für den Bericht hat das Unternehmen auf seine Datenbank zurückgegriffen, für die im Jahresverlauf 70.000 Deutsche kontinuier­lich repräsentativ befragt werden.

Danach waren zwei von fünf Deutschen (40 Prozent) schon einmal von unkontrollier­tem Harnverlust betroffen, bei einem Drittel (33 Prozent) tritt der Harnverlust wieder­holt auf. Und obwohl die Hälfte der Betroffenen der Generation 55 plus angehört, gibt jeder zehnte 25- bis 34-Jährige an, mindestens manchmal darunter zu leiden.

Hoher Leidensdruck

Trotz des Leidensdrucks nutzt offenbar mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Betroffenen keine Medikamente oder Hilfsmittel. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Fast jeder zehnte Betroffene fühlt sich zu jung, um Hilfsmittel zu nutzen, fünf Prozent geben an, die Verwendung von Hilfsmitteln, beispielsweise Slipeinlagen, sei ihnen unangenehm. Ein geringer Anteil in der Zielgruppe (vier Prozent) gibt an, keine Hilfsmittel oder Medika­mente zu kennen. 

Der Report zeigt, dass Männern und Frauen unterschiedliche Dinge im Zusammenhang mit dem Harnverlust besonders unangenehm sind. „So ist es bei Männern eher die Furcht vor Einschränkungen im Alltag, beispielsweise die Sorge, dass längere Autofahrten nicht mehr unterbrechungsfrei realisiert werden können. Für Frauen hingegen ist das Gefühl des Kontrollverlustes über den eigenen Körper und die Sorge um unangenehme Gerüche ein wichtiges Thema“, erläuterte Markus Braun, Head of Business Unit Reports bei YouGov. Unternehmen sollten beim Marketing diese geschlechtsspezifischen Unterschiede berücksichtigen, so die YouGov-Berater.

Auch bei der Informationssuche gibt es laut Report geschlechtsspezifische Abweichungen: Mehr als ein Drittel der betroffenen Männer (38 Prozent) sucht Rat beim Haus- oder Facharzt, etwa jeder Fünfte informiert sich im Internet. Mehr als ein Drittel der betroffenen Frauen (35 Prozent) gibt dagegen an, selbst aktiv nach Hilfs­mitteln gesucht zu haben, zum Beispiel in der Drogerie oder dem Supermarkt. © hil/aerzteblatt.de

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