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Medizin

Konzepte für Alzheimer-Impfungen im Testlabor

Donnerstag, 9. November 2017

Oxford - Durch die Kombination verschiedener Epitope mit Viruspartikeln eines Gurkenvirus könnte in Zukunft die Entwicklung eines Impfstoffes gegen Alzheimer möglich werden. Martin Bachmann an der University of Oxford und John Foerster an der University of Dundee berichten darüber mit ihrer Arbeitsgruppe in Nature Vaccines (DOI:10.1038/s41541-017-0030-8).

Unter dem Begriff Alzheimer-Impfung sind verschiedene Therapieversuche mit Antikörpern gegen Alzheimer bekannt geworden. Die meisten Studien mussten jedoch wegen fehlender Wirkung oder tödlichen Nebenwirkungen abgebrochen werden. Der aktuell vielversprechendste Kandidat ist laut den Autoren Adacanumab, ein monoklonaler Antikörper, der die speziellen Beta-Amyloid-Aggregate im Gehirn  beseitigen soll. Diese Therapieversuche sind für bereits erkrankte Patienten gedacht. 

Diese „Impfungen“ sind, anders als der Name vermuten lässt, herkömmliche Antikörpertherapien. Eine echte Impfung gegen Alzheimer sollte jedoch bei noch gesunden Patienten die Entstehung der Plaques verhindern. Voraussetzung ist, dass der Impfstoff eine ausreichend starke Antikörperproduktion auslöst. Der Impfstoff muss daher auch die T-Helferzellen stimulieren, welche die B-Zellen zur Synthese von Antikörpern bewegen. 

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Um diese Stimulation zu gewährleisten, bedienten sich die Forscher eines Tricks. Als Grundlage des Impfstoffs nutzten sie Virus-Like-Particels (VLP) eines Gurkenvirus, dem Cucumber Mosaic Virus (CMV). Der besondere Vorteil dieses VLP ist, dass antigene Epitope vergleichsweise einfach mit diesem kombiniert werden können. Die Forscher kombinierten die VLP mit einer antigenen Sequenz vom Tetanus Toxin. Tetanus Toxin löst eine sehr starke Stimulation von T-Helferzellen aus. Dieses so präparierte Antigen kombinierten die Forscher nun mit anderen Proteinsequenzen, beispielsweise aus dem Beta-Amyloid.

Im Mausversuch gelang es den Forschern, eine spezifische Antikörperproduktion gegen das Beta-Amyloid auszulösen. Dies wäre somit ein erster Schritt für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen Alzheimer, berichten sie. In weiteren Versuchen kombinierten die Forscher das Antigen auch mit Proteinsequenzen von Interleukin-17, welches bei der Entwicklung von Psorias beteiligt ist, und Fel d1, einem Antigen, welches Allergien gegen Katzen auslöst. Auch hier konnten die Forscher die Produktion von spezifischen Antikörpern auslösen. 

Die Studie sei zunächst als ein Proof-of-Concept anzusehen, so die Arbeitsgruppe. Die Technologie könnte jedoch nicht nur für die Entwicklung von Impfstoffen nützlich sein, sondern vielleicht irgendwann eine Alternative zur Therapie mit monoklonalen Antikörpern werden.  © hil/aerzteblatt.de

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