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Politik

Rückgang bei Organspenden erwartet, Plan gefordert

Donnerstag, 9. November 2017

/dpa

Frankfurt am Main – Seit mehreren Jahren geht die Zahl der Organspender zurück. Deshalb fordert die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) nun eine bessere Zusammenarbeit aller medizinischen Fachrichtungen. Es müsse zügig ein Plan zur Förderung der Organspende entwickelt werden, erklärte die DSO heute in Frankfurt. Die Möglichkeit der Organspende müsse insbesondere bei der Behandlung am Lebensende eine stärkere Rolle spielen.

„Die Situation ist zutiefst besorgniserregend. Wir sind mittlerweile auf dem niedrigsten Stand der Organspendezahlen der letzten 20 Jahre angekommen. Von Jahr zu Jahr kann weniger Patienten mit einer Transplantation geholfen werden“, erklärte der Medizi­nische Vorstand der DSO, Axel Rahmel. Im laufenden Jahr erwartet die bundesweite Koordinierungsstelle ein Minus von mehr als 1.500 Organen gegenüber 2010. Gleichzeitig warten derzeit über 10.000 Patienten auf eine lebensrettende Trans­plantation.

„Wir brauchen alle für die Transplantationsmedizin wichtigen medizinischen Fachgesellschaften, unsere Vertragspartner, Verbände und die Politik, um die Organspende in Deutschland gemeinsam wieder auf Kurs zu bringen“, betonte Rahmel.

Einen Schlüssel sieht der DSO-Vorstand in einer Berücksichtigung des Willens zur Organspende im Zuge von Behandlungsstrategien am Lebensende. Allein dadurch könne eine nachhaltige Verbesserung der Situation erzielt werden. Rahmel verwies darauf, dass vielfach Patientenverfügungen eine Organspende verhinderten, obwohl der Betroffene das gar nicht beabsichtigt habe. Wer in seiner Patientenverfügung intensivmedizinische Maßnahmen ausschließe, verhindere eine Organspende. Die DSO empfiehlt, das Thema stärker in die Aufklärung der Bevölkerung einzubinden.

„Wir müssen die Voraussetzungen schaffen, damit in den Kliniken mehr an Organ­spende gedacht und die Frage nach Organspende zu einem selbstverständlichen Bestandteil der Versorgung am Lebensende wird“, forderte Rahmel. Hier könnten bereits Schulungen der Intensivmediziner und eine regelhafte Einbeziehung der Transplantationsbeauftragten in Entscheidungen am Lebensende einen positiven Effekt erzielen. © kna/aerzteblatt.de

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