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Ärzteschaft

Reform der Psychotherapeuten­ausbildung: Zügige Umsetzung gefordert

Freitag, 10. November 2017

Berlin – Die Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK) fordert, die Reform der Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung auf die Agenda der nächsten Bundesregierung zu setzen. Die Reform sei längst überfällig, heißt es in einer Pressemitteilung von heute. „Derzeit sind Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten während ihrer Ausbildung, die erst nach dem Studium beginnt, in aller Regel nicht sozial­ver­sicherungs­pflichtig beschäftigt. Sie erzielen kein regelmäßiges Einkommen und müssen ihre Ausbildung auch noch selber finanzieren“, erklärte Dietrich Munz, Präsident der BPtK. „Das ist unwürdig und darf jungen Menschen nicht länger zugemutet werden.“

Künftig solle daher bereits das Studium so qualifizieren, dass danach eine Approbation erteilt werden kann. Dies sei Voraussetzung dafür, dass Psychotherapeuten sich dann, genauso wie Ärzte, weiterbilden und ein angemessenes Einkommen erzielen können. Der Deutsche Psychotherapeutentag hat sich seit 2014 mehrfach für eine Reform der Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung ausgesprochen. Seit Juli dieses Jahres liegt deshalb ein Arbeitsentwurf für ein „Psycho­therapeuten­ausbildungs­reform­gesetz“ des Bundes­gesundheitsministeriums vor. Dieser sieht ein fünfjähriges Studium vor, das aus einem Bachelor- und einem Masterstudiengang besteht und nach einer staatlichen Prüfung die Approbation ermöglicht.

Behandlung von GKV-Versicherten erst nach der Weiterbildung

„Seit der Bologna-Reform ist nicht mehr klar, welches Studium erforderlich ist, um Psychotherapeut zu werden“, erläuterte BPtK-Präsident Munz den Reformbedarf. „Mit den bundesweiten Vorgaben für ein Approbationsstudium wird diese Unsicherheit endlich beendet.“ In der darauffolgenden Weiterbildung sollen sich Psychotherapeuten für die Behandlung von Erwachsenen oder Kindern und Jugendlichen spezialisieren und erwerben die Fachkunde in einem Psychotherapieverfahren. Erst danach sei eine Behandlung von Versicherten der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung möglich.

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© pb/EB/aerzteblatt.de

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