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Vermischtes

Medizintechnik­branche erwartet deutliches Wachstum

Freitag, 10. November 2017

/Aenne Bauck, stock.adobe.com

Berlin – Die deutschen Medizintechnik Unternehmen erwarten im kommenden Jahr ein Wachstum zwischen fünf und sechs Prozent. Das teilten die Branchenverbände BVMed und Spectaris mit. „Die international tätigen MedTech-Unternehmen wachsen im Ausland deutlich stärker als in Deutschland“, sagte der BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim Schmitt im Vorfeld der Medizinmesse Medica. 

Das erwartete Inlandswachstum liegt nach den Ergebnissen der BVMed-Herbstumfrage unter 106 Unternehmen bei 2,8 Prozent. Die Unternehmen investierten dennoch verstärkt in ihre deutschen Produktionsstandorte. 26 Prozent der befragten BVMed-Unternehmen erhöhen ihre Investitionen, 50 Prozent halten das Investitionsniveau.

Geld für die Forschung

Ähnlich ist die Situation bei den Forschungsausgaben: 29 Prozent der befragten BVMed-Unternehmen erhöhen ihre Forschungsausgaben gegenüber dem Vorjahr, 45 Prozent halten das Niveau. Derzeit investiert die Branche neun Prozent ihrer Umsätze in Forschung und Entwicklung. Als innovativsten Forschungsbereich schätzen die Unternehmen die Kardiologie ein. 36 Prozent der Befragten nennen diesen Versorgungsbereich. Es folgen Onkologie (29 Prozent), Neurologie (29 Prozent), Diagnostik (27 Prozent) und Orthopädie (16 Prozent).

Laut Spectaris werden die rund 1.260 Betriebe der Branche mit jeweils mehr als 20 Beschäftigten im kommenden Jahre einen Umsatz von rund 32 Milliarden Euro erwirtschaften. Inklusive Kleinstbetriebe zählten etwa 12.500 Unternehmen mit zusammen über 200.000 Mitarbeitern zur deutschen Medizintechnikindustrie.

Das Geschäftsmodell der Hersteller befindet sich laut Verband im Wandel: Die Digitalisierung medizinischer Versorgungsprozesse und die Digitalisierung der Produktion seien im vollen Gange. „Das Spektrum ist gigantisch und die Themen, mit denen sich die Unternehmen beschäftigten, reichen vom vernetzten Krankenhaus und OP-Saal, Big Data, Telemedizin oder einer individualisierten Medizintechnik und dem 3D-Druck von Medizintechnik über Computer-assistierte Interventionen und Robotik bis hin zu Feedback-gekoppelten oder diagnostischen Implantaten. Firmen, die in diesen oder ähnlichen Feldern aktiv sind, profitieren vom Branchenwachstum in einem überproportionalen Maß“, hieß es aus dem Verband.

International wettbewerbsfähig zu bleiben, sei wichtig: Eine Exportquote von derzeit knapp 64 Prozent verdeutliche die hohe Bedeutung des internationalen Geschäfts. Die wichtigste Zielregion der deutschen Medizintechnikexporte ist laut Spectaris die Europäische Union, auf die mehr als 40 Prozent der branchenrelevanten Ausfuhren entfallen. Auf die Regionen Nordamerika und Asien entfallen jeweils knapp 20 Prozent der Exporte.

Von besonderer Bedeutung sei das Geschäft in China: Die Exporte hätten sich seit 2010 mehr als verdoppelt und belegten inzwischen Platz zwei des Länderrankings. „Setzt sich dieses Wachstum fort, ist davon auszugehen, dass die Volksrepublik China die Vereinigten Staaten perspektivisch als wichtigstes Zielland der deutschen Medizintechnikausfuhren ablösen wird“, hieß es aus dem Industrieverband. © hil/aerzteblatt.de

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