Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Servicestellen müssen auch Termine für Richtlinien-Psycho­therapie vermitteln

Freitag, 10. November 2017

/dpa

Berlin – Terminservicestellen müssen auch Termine für probatorische Sitzungen bei Psychotherapeuten vermitteln, wenn eine zeitnahe Behandlung erforderlich ist. Das hat das Bundesschiedsamt jetzt gegen die Stimmen der Kassenärztlichen Bundes­ver­einigung (KBV) entschieden.

Demnach müssen die Patienten zunächst eine Sprechstunde besuchen, um über die Servicestellen einen Termin für eine probatorische Sitzung zu erhalten. Nur wenn der Therapeut anschließend eine psychotherapeutische Behandlung empfiehlt und diese auf dem Formular PTV 11 als „zeitnah“ erforderlich kennzeichnet, hat der Patient Anspruch. Der Beschluss sieht außerdem vor, dass die Terminservicestellen dem Versicherten einen weiteren Termin vermitteln sollen, falls sich in der probatorischen Sitzung zeigt, dass Therapeut und Patient nicht zusammenarbeiten können.

Der KBV zufolge hatte der GKV-Spitzenverband auf die Erweiterung der Terminver­mittlung gedrängt. Die KBV lehnte dies mit Hinweis auf die gesetzlichen Regelungen ab, weshalb schließlich das Bundesschiedsamt eingeschaltet werden musste. Nach dem Gesetz sind die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) verpflichtet, Termine für ein Erstgespräch sowie die sich „aus der Abklärung ergebenden zeitnah erforderlichen Behandlungstermine“ zu vermitteln. Nach Auffassung der KBV handelt es sich dabei ausschließlich um Termine für die Sprechstunde und für die Akutbehandlung. „Wir werden prüfen, ob wir gegen den Beschluss des Bundesschiedsamtes klagen“, sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Gassen.

Angepasst wird zudem die Regelung zur Behandlung im Krankenhaus, wenn den Versicherten dort ein Termin vermittelt wurde. Laut Entscheidung des Bundesschieds­amtes darf die gesamte psychotherapeutische Behandlung dort erfolgen und muss nicht nach sechs Wochen enden. Diese Sechs-Wochen-Frist gilt sonst für Patienten, die über die Servicestellen zur fachärztlichen Behandlung in ein Krankenhaus geschickt werden. © hil/sb/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

19. April 2018
Berlin – Die ambulante kinderärztliche Versorgung in Berlin wird ausgebaut: Die Hauptstadt erhält acht neue Arztsitze für Pädiater und zwei zusätzliche Arztsitze für Kinder- und Jugendpsychiater.
Zusätzliche Arztsitze für Pädiater und Kinder- und Jugendpsychiater in Berlin
16. April 2018
Magdeburg – Die psychosoziale Beratung für Betroffene von DDR-Unrecht wird aus Sicht von Sachsen-Anhalts Aufarbeitungsbeauftragter Birgit Neumann-Becker gut angenommen. Im vergangenen Jahr habe es 185
185 psychosoziale Einzelberatungen für Opfer von DDR-Unrecht in Sachsen-Anhalt
13. April 2018
Berlin – Privatpatienten sind in der Psychotherapie oftmals benachteiligt. Darauf hat der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp) aufmerksam gemacht. Wie der Verband betonte, bezahlen viele
Privatpatienten in der Psychotherapie benachteiligt
12. April 2018
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat sich für eine zügige Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung ausgesprochen. Er habe den Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) zu Reformen
Spahn ermahnt G-BA wegen Bedarfsplanung der Psychotherapie
12. April 2018
Berlin – Ein Jahr nach Inkrafttreten der Strukturreform der ambulanten Psychotherapie zieht die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) eine positive Bilanz. „In kürzester Zeit haben die
KBV lobt schnellen und niederschwelligen Zugang zur psychotherapeutischen Versorgung
11. April 2018
Links: Durchschnittliche Wartezeit auf einen ersten Termin in der Richtlinienpsychotherapie. Rechts: Durchschnittliche Wartezeit auf einen ersten Termin in der Sprechstunde. /BPtK Berlin – Die
Pychotherapeuten für grundlegende Reform der Bedarfsplanung
10. April 2018
Hamburg – Gesetzlich Krankenversicherte müssen im Schnitt rund 20 Wochen auf eine Behandlung beim Psychotherapeuten warten. Die Wartezeit ging nach einer Umfrage der Bundes­psycho­therapeuten­kammer seit

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige