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Medizin

Finanzsorgen als Herzinfarktrisiko

Freitag, 10. November 2017

/dpa

Johannesburg – Finanzielle Sorgen können das Herzinfarktrisiko erhöhen. Besonders drückend scheinen die Probleme in Südafrika zu sein, wie die Ergebnisse einer Fall-Kontroll-Studie zeigen, die auf dem Kongress der South African Heart Association in Johannesburg vorgestellt wurden.

Dass Stress ein wichtiger Auslöser für einen Herzinfarkt sein kann, hatte bereits die INTERHEART-Studie gezeigt, die seinerzeit 11.119 Patienten in 52 Ländern nach ihrem Myokardinfarkt befragt hatte. Die Patienten hatten damals häufiger als die Kontrollen angegeben, dass sie am Arbeitsplatz oder in der Familie einem vermehrten Stress ausgesetzt waren oder unter finanziellen Sorgen litten. Die Odds Ratios hatten sich in einen Bereich bewegt, der in etwa eine Verdopplung des Risikos angibt.

In Südafrika scheint die Situation ungleich schwieriger zu sein als in anderen Ländern, wenn die Ergebnisse von Denishan Govender von der Witwatersrand-Universität in Johannesburg die Wirklichkeit richtig widerspiegeln. Der Forscher hat 106 Patienten befragt, die gerade einen akuten Myokardinfarkt erlitten hatten und die Antworten mit denen von Patienten ohne Herzerkrankung verglichen.

96 Prozent der Herzinfarkt-Patienten berichteten, dass sie unter Stress litten, ingesamt 40 Prozent stuften ihren Stresslevel als hoch ein. Sie unterschieden sich in diesem Punkt deutlich von den Kontrollen. Govender ermittelt ein 5,6-fach erhöhtes Herzinfarktrisiko durch Stress am Arbeitsplatz. 

Noch stärker belasteten finanzielle Sorgen die Patienten. Das Herzinfarktrisiko war nach den Berechnung von Govender um den Faktor 13 erhöht. Unter den Kardiologen in Südafrika sei das Risiko kaum bekannt, beklagt der Forscher. Diese würden ihre Patienten zwar nach der Zahl der gerauchten Zigaretten befragen. Stress und auch Depressionen scheinen dagegen ein Tabu zu sein. Auch für Depressionen konnte die Fall-Kontroll-Studie – anders als die INTERHEART-Studie – ein dreifach erhöhtes Risiko nachweisen. Die psychischen Auslöser des Herzinfarkts müssen offenbar vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Verhältnisse betrachtet werden. © rme/aerzteblatt.de

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