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Medizin

Schlafapnoe: Schnarchen könnte Alzheimerrisiko erhöhen

Montag, 13. November 2017

/Paolese - stock.adobe.com

New York – Eine Langzeitstudie zeigt erstmals, dass ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (OSA) auf die Dauer die Ablagerung von Beta-Amyloiden im Gehirn fördert und damit die Entwicklung einer Morbus-Alzheimer-Demenz fördern könnte. Die im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine vorgestellten Ergebnisse lassen die Vermutung zu, dass die Behandlung der OSA einer Demenz vorbeugen könnte.

Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass Alzheimerpatienten überdurchschnittlich häufig unter einer OSA leiden. Querschnittstudien können jedoch eine Kausalität nicht belegen. Es wäre genauso gut möglich, dass der Morbus Alzheimer die Entwicklung einer OSA fördert.

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Klarheit ist nur von Langzeitstudien zu erwarten, in denen Patienten mit OSA langfristig häufiger an einem Morbus Alzheimer erkranken als Menschen ohne OSA. Solche Studien sind allerdings aufwendig, da von einer OSA bis zur Entwicklung einer Alzheimererkrankung vermutlich Jahre, wenn nicht Jahrzehnte vergehen.

Ein beginnender Morbus Alzheimer kann heute durch eine Liquoruntersuchung oder Positronen-Emissions-Tomographie (PET) erkannt werden. Im Liquor kommt es zu einem Abfall des Beta-Amyloids 42. Im PET lassen sich Plaques mit dem Tracer Pittsburgh compound B darstellen.

Das Center for Brain Health der New York Universität begleitet eine Kohorte von 208 Senioren im Alter von durchschnittlich 68 Jahren. Bei einigen Teilnehmern wurden im Abstand von etwa zwei Jahren Liquorproben entnommen und/oder eine PET durch­geführt. Keiner der Teilnehmer litt zu Beginn der Studie an einer Demenz. Auch bei der zweiten Untersuchung zwei Jahre später waren die Teilnehmer ohne kognitive Ausfälle. Bei einigen kam es jedoch zu einem Abfall des Beta-Amyloids 42 im Liquor (das statt dessen vermehrt im Gehirn abgelagert wird), sowie zu vermehrten Signalen in der PET.

Diese Hinweise auf eine beginnende Alzheimererkrankung wurden, wie das Team um Ricardo Osorio von der New York University School of Medicine berichtet, häufiger bei Senioren gefunden, bei denen zu Beginn der Studie eine erhöhte Anzahl von Apnoe-Episoden mit einem Abfall der Sauerstoffsättigung im Blut nachgewiesen und die Diagnose OSA gestellt worden war.

Die Unterschiede waren verhältnismäßig gering und es konnte kein Zusammenhang zwischen dem Schweregrad der OSA und der Zunahme nachgewiesen werden. Die Studie kann deshalb nicht zweifelsfrei belegen, dass eine OSA, deren Leitsymptom das nächtliche Schnarchen verbunden mit einer vermehrten Tagesmüdigkeit ist, langfristig das Risiko auf einen Morbus Alzheimer erhöht. 

Ein Zusammenhang wäre jedoch biologisch plausibel: Es ist durchaus vorstellbar, dass ein wiederholter Sauerstoffmangel im Gehirn den Stoffwechsel der Nervenzellen stört und die Ablagerung von Beta-Amyloiden begünstigt. Die OSA ist nach Einschätzung von Osorio ganz sicher nicht die einzige Ursache. Welchen Anteil sie an Demenz­erkrankungen im Alter hat, müsste in größeren Untersuchungen mit einer längeren Beobachtungszeit geklärt werden.

Selbst wenn das individuelle Risiko gering wäre, könnt die OSA, an der im Alter mehr als die Hälfte der Erwachsenen erkrankt, ein bedeutsamer Auslöser für Demenzen sein. Interessant wäre sicherlich auch, ob Menschen, die eine OSA mit einer nächtlichen CPAP-Maskenbeatmung behandeln, seltener an Morbus Alzheimer erkranken. © rme/aerzteblatt.de

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