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Ausland

Dauersmog in Neu Delhi wird sich vorerst nicht lichten

Dienstag, 14. November 2017

/dpa

Neu Delhi – In der seit Tagen unter Dauersmog leidenden indischen Hauptstadt Neu Delhi ist keine Besserung in Sicht. Das Wetteramt teilte gestern mit, durch den für morgen vorhergesagten Nieselregen werde der gesundheitsgefährdende Smog höchstens ein wenig nachlassen. Seit der vergangenen Woche befinden sich große Teile Nordindiens unter einer dichten Smogwolke.

Ein Umweltgericht hatte am vergangenen Samstag die von den Behörden für gestern angekündigten Fahrverbote für Privatfahrzeuge in der Millionenstadt Neu Delhi gekippt, da es Ausnahmen für Frauen, Prominente und Motorräder ablehnte.

Zuvor hatten die Behörden Fahrverbote für Lkw in der Stadt erlassen und sämtliche Bau­aktivitäten gestoppt. Rund 50.000 Diesellastwagen rollen jede Nacht durch Neu Delhi, sie sind ein der Hauptverursacher der Luftverschmutzung. Dort und in den umliegen­den Provinzen waren Zehntausende Schulen wegen der stark gesundheitsgefährden­den Feinstaubwerte geschlossen worden.

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Die Schulen hatten gestern jedoch wieder geöffnet – trotz immer noch stark gesundheitsgefähr­den­der Feinstaubwerte. Eltern warfen den Behörden vor, „mit der Gesundheit der Kinder zu spielen“. Viele Kinder hätten auf dem Schulweg gehustet und nur mühsam Luft bekommen, sagte der Präsident der indischen Elternvereinigung, Ashok Agrawal. Da die Luftverschmutzung nicht nachgelassen habe, müssten die Schulen geschlossen bleiben.

Gestern lag die Feinstaubkonzentration in Neu Delhi aber immer noch bei einem Wert von über 500 Mikrogramm der Kleinstteilchen pro Kubikmeter Luft. Die Weltgesund­heitsorganisation WHO empfiehlt, beim besonders gesundheitsgefährdenden PM2,5-Feinstaub einen Grenzwert von 25 Mikrogramm pro Kubikmeter über einen Zeitraum von 24 Stunden nicht zu überschreiten. Laut WHO können die gefährlichen Feinstaub­partikel zu chronischer Bronchitis, Lungenkrebs und Herzkrankheiten führen.

Kinder leiden nach Einschätzung von Ärzten besonders unter der Luftverschmutzung. Ihnen drohen demnach dauerhafte Lungenschäden. Laut einer Studie von 2015 haben bereits vier von zehn Kindern in Neu Delhi starke Lungenprobleme. © afp/aerzteblatt.de

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