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Medizin

Konsultation beim Hausarzt oft kürzer als fünf Minuten

Montag, 13. November 2017

/Picture-Factory, stock.adobe.com

Cambridge – Weltweit hat die Hälfte aller Menschen bei einem Arztbesuch weniger als fünf Minuten Kontakt mit dem Hausarzt. In unterschiedlichen Ländern zeigen sich jedoch deutliche Schwankungen. Das berichten Epidemiologen um den Erstautor Greg Irving  von der Cambridge University im British Medical Journal (2017; doi: 10.1136/bmjopen-2017-017902).

Kurze Arztkontakte korrelieren häufiger mit einer schlechteren Gesundheitsversorgung und sind auch für Ärzte ein Stressfaktor, so die Wissenschaftler. Es gebe außerdem Hinweise, dass längere Arztkontakte eine bessere Diagnose von psychischen Erkrankungen ermöglichten. Da weltweit jedoch der Bedarf an einer primären Versorgung steige, seien kurze Arztkontakte oft die Regel, so die Wissenschaftler.

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178 Studien ausgewertet

Sie werteten für ihre Untersuchung 178 Studien aus, die die Länge von Arztkonsul­tationen weltweit analysierten. Die Daten stammten aus 67 Ländern und beinhalteten Informationen zu mehr als 28,5 Millionen Arztkontakten.

Es zeigte sich, dass mehr als die Hälfte der Patienten weltweit weniger als fünf Minuten Kontakt mit ihrem Hausarzt hat. Die kürzesten Arztkontakte gab es in Bangladesh mit durchschnittlich 48 Sekunden, während Schweden mit 22,5 Minuten pro Kontakt die weltweite Spitze bildete. In Deutschland lag die durchschnittliche Dauer laut der Metastudie bei 7,6 Minuten (Kontakte n = 889).

Die Länge der Arztkontakte korrelierte deutlich mit den Pro-Kopf-Gesundheits­ausgaben, der Arztdichte und dem Stresslevel der Ärzte. Außerdem stieg bei kurzen Kontakten die Gefahr für Polypharmazie, schlechte Patientenkommunikation und einen Übergebrauch von Antibiotika.

Die Forscher geben zu bedenken, dass die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) die durch­schnittliche Kontaktzeit als ein Qualitätskriterium für die Versorgung wertet. Zu kurze Kontakte könnten die Qualität der Versorgung möglicherweise verschlechtern, so die Forscher. © hil/aerzteblatt.de

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