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Medizin

Herzstillstand: Männer werden häufiger durch Laien reanimiert

Dienstag, 14. November 2017

/pixelaway, stock.adobe.com

Philadelphia – Bei der Laienreanimation von Menschen mit plötzlichem Herzstillstand gibt es offenbar ein Genderproblem. Männer werden nach der Analyse eines nord­amerikanischen Patientenregisters an öffentlichen Plätzen häufiger durch Laien reanimiert als Frauen, und ihre Chancen, den Herzstillstand zu überleben, sind höher, wie die auf der Jahrestagung der American Heart Association in Anaheim/Kalifornien vorgestellten Daten zeigen.

Obwohl eine beherzte Reanimation ein Menschenleben retten kann, können die wenigsten Menschen ihre Scheu überwinden. Nur bei etwa einem Drittel von fast 20.000 Patienten mit plötzlichem Herzstillstand, die ein Patientenregister des „Resuscitation Outcomes Consortium“ gesammelt hat, führte ein Augenzeuge eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durch. Dabei scheint es besondere Berührungsprobleme zu geben, wenn Frauen einen Herzstillstand erleiden.

Während bei 45 Prozent der Männer eine Laienreanimation versucht wurde, betrug der Anteil bei Frauen nur 39 Prozent. Audrey Blewer und Mitarbeiter von Center for Resuscitation Science an der Universität von Pennsylvania („Penn Medicine“) in Philadelphia ermitteln eine Odds Ratio von 1,23, die mit einem 95-Prozent-Konfidenz­intervall von 1,01 bis 1,49 signifikant war.

Der kleine Unterschied hatte Folgen, wie die weitere Analyse der Überlebensrate zeigt: Männer überlebten einen Herzstillstand an öffentlichen Orten zu 23 Prozent häufiger als Frauen (Odds Ratio 1,23; 1,12–1,36).

Anders ist die Situation im privaten Umfeld. Hier wurden bei 35 Prozent der Frauen und 36 Prozent der Männer eine Herz-Lungen-Wiederbelebung versucht. Die Odds Ratio von 0,94 (0,87–1,01) schließt hier ein Genderproblem weitgehend aus und auch die Sterblichkeit war bei beiden Geschlechtern gleich.

Die Daten zeigen zunächst einmal, dass bei der Bevölkerung weiter für die Reanima­tion geworben werden muss, meint der leitende Autor Benjamin Abella. Dabei sollten Geschlecht, Alter oder auch das Körpergewicht der Person keine Rolle spielen. © rme/aerzteblatt.de

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