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Vermischtes

Zwölf Prozent der über 65-Jährigen an COPD erkrankt

Dienstag, 14. November 2017

Berlin/Hannover – In Deutschland leiden nach Angaben des Robert-Koch-Institutes (RKI) rund sechs Prozent der erwachsenen Bevölkerung unter einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Mit zunehmendem Alter steigt die Wahr­scheinlichkeit für die Erkrankung. Bei den über 65-Jährigen sind etwa zwölf Prozent betroffen.

„Sie stellt in Deutschland die sechsthäufigste Todesursache dar“, erläuterte Josef Mischo, Vorsitzender der Bundes­ärzte­kammer-(BÄK-)Arbeitsgruppe Sucht und Drogen, anläss­lich des Welt-COPD-Tages am 15. November. Atemnot und chronische Hustenanfälle seien typische Beschwerden der COPD, die in 80 bis 90 Prozent der Fälle durch Tabak­konsum ausgelöst werden. „Gegen die Raucherlunge hilft nur der Verzicht auf die Zigarette“, mahnt Mischo. Ärzte seien qualifizierte Ansprechpartner für eine Tabak­entwöhnung.

Außenwerbeverbot muss kommen

Der Suchtexperte appelliert anlässlich des Tages aber auch an die Politik, die Außen­werbung für Zigaretten in Deutschland zu verbieten. Mehrere Deutsche Ärztetage haben sich in der Vergangenheit für Einschränkungen bei der Tabakwerbung ausge­spro­chen. Die Ärzteschaft fordert unter anderem, ein strafbewehrtes Rauchverbot in Autos einzuführen, wenn Kinder und Jugendliche mitfahren. 

„Neben dem Rauchen ist die Luftverschmutzung durch Verkehr, Industrie und Heiz­anlagen der zweitgrößte Risikofaktor zur Entwicklung einer COPD“, erklärte die Lungen­fachärztin und Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, Martina Wenker. Feine Partikel, aber auch Gase wie das Stickstoffdioxid, belasteten die Atemwege und könnten zahlreiche Erkrankungen auslösen. Es sei daher unverantwortlich, dass der EU-Grenzwert von maximal 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Stickstoffoxid in Deutsch­land weiterhin an vielen innerstädtischen Messstationen überschritten werde, so Wenker.

Nach Angaben des Bundesumweltamts war dies im Jahr 2016 in Deutschland an 57 Prozent der verkehrsnahen Messstationen der Fall. Wenker weist darauf hin, dass laut der Europäischen Umweltagentur jährlich über 10.600 Menschen in Deutschland vorzeitig aufgrund zu hoher Stickstoffoxidbelastungen sterben.

„Die hohen Emissions­werte sind einfach nicht mehr akzeptabel. Es ist an der Zeit, dass wir eine gesundheits- und umweltorientierte Technik fördern, verbindlich einführen und endlich auch als Wirtschaftsfaktor betrachten, denn mit zukunftsweisender Technik kann die Industrie auch marktwirtschaftlich erfolgreich sein“, so die Ärztepräsidentin. © hil/aerzteblatt.de

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