NewsPolitikÜbermäßiger Medienkonsum bei Jugendlichen macht Medizinern Sorgen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Übermäßiger Medienkonsum bei Jugendlichen macht Medizinern Sorgen

Mittwoch, 15. November 2017

/dpa

Kassel – Alkohol, Cannabis und Amphetamine, aber auch Onlinespiele und soziale Netzwerke sind laut Medizinern eine Gefahr für die Gesundheit von Jugendlichen. „Je früher man anfängt, desto kritischer ist es“, sagte Gundolf Berg, Vorsitzender des Berufsverbands für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (BKJPP), vor einem Kongress von Fachärzten in Kassel.

Das Risiko für eine übermäßige Nutzung von sozialen Netzwerken und Internetspielen werde größer: „Das Thema hat durch die ständige Verfügbarkeit durch Smartphones an Bedeutung gewonnen“, sagte Berg. Die meisten betroffenen Jugendlichen kämen zunächst nicht wegen einer Internetsucht in die Praxen. „Diese Thematik ergibt sich dann aber im Gespräch“, erklärte er. Die Häufigkeit einer pathologischen Internet­nutzung, also einer Sucht, werde auf etwa fünf Prozent geschätzt.

Anzeige

„In der Zeit, in der ich mich mit Onlinespielen beschäftige, versäume ich es, andere altersadäquate Dinge zu lernen“, sagte Berg. „Häufig kommen weitere Schwierigkeiten wie soziale Phobien und Aufmerksamkeitsstörungen hinzu.“

Wie viele Jugendliche gefährdet sind, ist kaum feststellbar. Die Betroffenen mieden Suchtberatungsstellen, erklärte Wolfgang Schmidt-Rosengarten, Geschäftsführer der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen. Nur wenige wollten sich „in eine Einrichtung begeben, in der es um Sucht geht“. Bei auf exzessiven Medienkonsum spezialisierten Angeboten gebe es aber eine enorme Nachfrage. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

26. Juni 2019
Heidelberg/Neunkirchen – Der Fachverband Sucht fordert eine Art „TÜV“ für elektronische Programme zur Prävention und Behandlung von Suchtproblemen. „Hinz und Kunz kann derzeit Angebote ins Internet
Fachverband Sucht will TÜV für elektronische Suchtbehandlung
14. Juni 2019
Berlin – Dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) gehen die Pläne von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU), eine Impfpflicht gegen Masern einzuführen, nicht weit genug. Wünschenswert
Kinder- und Jugendärzte erneuern Forderung nach umfassender Impfpflicht
13. Juni 2019
Ulm – Einen Test zur epidemiologischen Erfassung von Computerspielsucht, auch „Gaming Disorder“ genannt, haben Wissenschaftler der Universität Ulm um Christian Montag veröffentlicht. Parallel zu ihrer
Wissenschaftler stellen Test für Computerspielsucht vor
12. Juni 2019
Würzburg/Bamberg/Linz – Das Klischee vom übergewichtigen Computerspielenerd könnte der Realität entsprechen – aber nur im geringen Maß und auch nur bei Erwachsenen und nicht bei Kindern und
Videospielende Kinder und Jugendliche sind nicht dicker
29. Mai 2019
Bochum – Freunde in sozialen Netzwerken wie Facebook können in Stressphasen eine große Hilfe sein. Fehlt es aber an Unterstützung offline, besteht die Gefahr, dass gestresste Nutzer eine pathologische
Viel Stress kann zu Facebooksucht führen
24. Mai 2019
Weimar – Eine Impfpflicht für Kinder nur gegen Masern geht dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) nicht weit genug. Sie müsse auch andere von der Ständigen Impfkommission (STIKO)
Kinderärzte wollen weitreichendere Impfpflicht und Zuckersteuer
7. Mai 2019
Oxford/Hohenheim – Facebook, Twitter, Instagram und Co. haben auch bei intensiver Nutzung kaum einen Einfluss auf die Lebensqualität von Teenagern. Das berichten Wissenschaftler der University of
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER