NewsPolitikKieler Koalition will Notfallambulanzen entlasten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Kieler Koalition will Notfallambulanzen entlasten

Donnerstag, 16. November 2017

Kiel – Gegen die Überlastung von Notfallambulanzen in Krankenhäusern wollen die Koalitionsfraktionen in Schleswig-Holstein eine Bundesratsinitiative starten. Ziel von CDU, Grünen und FDP ist es, in Kliniken den Regelbetrieb sogenannter Anlauf- oder Portalpraxen auch während der vertragsärztlichen Sprechstundenzeiten zu ermög­lichen. Über eine bessere Steuerung sollen Patienten mit Herzinfarkt oder Schlaganfall von solchen getrennt werden, die wegen Bagatellerkrankungen in die Notaufnahme kommen. Für eine Bundes­ratsinitiative stimmten heute im Landtag außer den Jamaika-Fraktionen auch SSW und AfD.

Um das Ziel zu erreichen, muss das Sozialgesetzbuch V geändert werden. In den Notfallambulanzen werde Unglaubliches geleistet, sagte Ge­sund­heits­mi­nis­ter Heiner Garg (FDP). Der Handlungsbedarf sei mittlerweile bundesweit unstrittig. In die Notfall­ambulanzen gingen zunehmend Patienten, die nicht lebensgefährlich erkrankt sind, zum Teil in der Hoffnung auf eine schnellere und bessere Behandlung.

Anzeige

Da die Notfallversorgung selbst zum Notfall geworden sei, müsse gehandelt werden, sagte die Grüne Marret Bohn. Die SPD sei bereit, die Notfallversorgung neu zu gestalten, sagte deren Gesundheitspolitikerin Birte Pauls. „Aber das vorgelegte Konzept springt uns zu kurz.“ Als ein Grund für den starken Zulauf auf die Notfallambulanzen gilt auch, dass die Telefonnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes (116117) kaum bekannt ist. Stattdessen wird oft die Notfallnummer 112 gewählt. Folglich werden in den Notfallambulanzen viele Fälle behandelt, die keine Notfälle sind. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

29. August 2018
Kiel – Die SPD hat vor Engpässen bei der medizinischen Versorgung mit Kinderärzten in Schleswig-Holstein gewarnt. „Zwar gibt es hierzulande rein rechnerisch keinen Kinder- und Jugendärztemangel, die
SPD warnt vor Engpass bei Kinderärzten in Teilen Schleswig-Holsteins
7. August 2018
Berlin – Forderungen für eine sinnvolle Digitalisierung der Notfallmedizin in Deutschland haben die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und die Deutsche
Fachgesellschaften legen Fünf-Punkte-Plan für Digitalisierung der Notfallversorgung vor
25. Juli 2018
Witten – Experten der Universität Witten/Herdecke, des Pflege e.V. und anderer Einrichtungen haben Verbesserungen der oft überlasteten zentralen Notaufnahmen in den Krankenhäusern gefordert. So
Notaufnahmen: Pager-Systeme sollen für Entlastung sorgen
20. Juli 2018
Köln – Anlässlich der aktuellen Diskussion um die Einführung einer Notaufnahmegebühr hat der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) die mangelnde Gesundheitskompetenz vieler Eltern
Kinderärzte sprechen sich für bessere Gesundheitsbildung von Eltern aus
18. Juli 2018
Berlin – Um die ärztliche Versorgung zu verbessern, hat Karl Lauterbach, Vize-Fraktionsvorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, heute ein dreiteiliges Paket vorgeschlagen. Dabei sollen Fachärzte, die
Lauterbach plädiert für Pauschalen bei Facharztkontakten
17. Juli 2018
Berlin – Die Kritik am Ruf der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und verschiedener Kassenärztlicher Vereinigungen (KVen) nach einer Notaufnahmegebühr hält an. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl
Weiter Kritik an Vorschlag für Notaufnahmegebühr
16. Juli 2018
Berlin – Um überflüssige Besuche in der Notaufnahme von Krankenhäusern zu verhindern, will der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, notfalls eine Gebühr von den
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER