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Resistente Tuberkulose in Osteuropa weiter auf dem Vormarsch

Mittwoch, 15. November 2017

Berlin – Auf die besondere Bedrohung durch resistente Formen der Tuberkulose (TB) hat das Hilfswerk Ärzte ohne Grenzen hingewiesen. „Rund 1,7 Millionen Menschen sind im Jahr 2016 an TB gestorben. Sie ist damit die derzeit tödlichste Infektionskrankheit. Die Behandlung resistenter Formen von TB ist immer noch mit extremen Nebenwir­kun­gen verbunden, die Heilungsrate liegt bei unter 50 Prozent“, berichtet die Organi­sa­tion. 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat für den 16. und 17. November Minister aus mehr als hundert Ländern, Vertreter internationaler Organisationen und von Nicht­regierungs­organisationen zu einer globalen TB-Konferenz nach Moskau eingeladen. Ziel ist, der „End-TB-Strategy“ der WHO mehr Nachdruck zu verleihen und Lücken bei der Versorgung schnellstmöglichst zu schließen.

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Laut dem Bericht „Out Of Step in Eastern Europe and Central Asia“ des Hilfswerkes Ärzte ohne Grenzen sind in Armenien, Weißrussland, Georgien, Kasachstan, Kirgisistan, der Russischen Föderation, Tadschikistan und der Ukraine resistente Formen von TB auf dem Vormarsch. Bei fast der Hälfte aller registrierten Fälle von TB handelt es sich dort um multiresistente Formen. Die Zahl der Patienten mit resistenter TB steigt in der Region jedes Jahr um rund 20 Prozent. Geschätzte 46.000 Menschen mit resistenter TB wurden im Jahr 2015 nicht als solche diagnostiziert. „Dies zeigt, wie groß die Lücken in der Diagnose und Behandlung von TB in diesen Ländern sind“, so Ärzte ohne Grenzen

„Die neue Bundesregierung sollte die besonders stark von TB betroffenen Länder finanziell und mit technischer Expertise unterstützen, um eine bestmögliche Präven­tion und Behandlung der Krankheit sicherzustellen“, fordert Marco Alves von der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen. Gleichzeitig müsse Deutschland die Forschung an neuen wirksamen Antibiotika gegen resistente Formen von TB stärken. „Auch eine neue Bundesregierung muss das Engagement gegen die tödlichste Infek­tionskrankheit der Welt ernst nehmen und im Koalitionsvertrag verankern“, so Alves. © hil/aerzteblatt.de

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