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Viele Frühgeborene benötigen schnelle kinderchirurgische Versorgung

Freitag, 17. November 2017

/dpa

Berlin – Auf die große Bedeutung einer zeitnahen kinderchirurgischen Versorgung für viele Frühgeborene hat die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) heute anlässlich des Welt-Frühgeborenen-Tages am 17. November hingewiesen.

In Deutschland komme nahezu jedes zehnte Baby vor Ende der 37. Schwangerschafts­woche und somit als Frühgeborenes zur Welt. Sieben bis acht Prozent von ihnen wiesen angeborene Fehlbildungen auf, etwa einen Herzfehler, einen Verschluss der Speiseröhre, des Zwölffingerdarms oder des Dünndarms, einen nicht angelegten Anus, eine Lücke im Zwerchfell und anderes, erläuterte der Präsident der DGKCH, Peter Schmittenbecher.

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„Da diese Eingriffe bei Frühgeborenen nur für wenige chirurgische Teams zum Alltag gehören, ist es umso wichtiger, spezielle Eingriffe in kinderchirurgischen Kliniken der höchsten Versorgungsstufe durchzuführen“, so Schmittenbecher. Dabei gehe es nicht nur um die operative Kompetenz: für die Diagnosefindung, Stratifizierung der Therapie, das Stellen der Operationsindikation und die postoperative Betreuung seien Kinder­chirurgen sowie Kinderradiologen und die Kinderanästhesiologen vor Ort nötig.

„Betroffene Eltern eines Hochrisikofrühchens wünschen sich berechtigt, dass ihr Kind von Anfang an in einem Zentrum versorgt wird, das auf alle Eventualitäten und Komplikationen vorbereitet ist“, sagte Tobias Schuster, Pressesprecher der DGKCH. Diese Versorgung könnten nur spezialisierte pflegerische und ärztliche Einrichtungen gewährleisten, in denen die entsprechende Expertise rund um die Uhr zur Verfügung stehe. Laut der Fachgesellschaft werden diese Leistungen im aktuellen Fallpauschalen-Katalog aber nur unzureichend abgebildet.

„Trotz einiger aktueller Verbesserungen berücksichtigt das Fallpauschalensystem individuelle Erforderlichkeiten für den Patienten, die Familie und die Klinik zu wenig, wodurch häufig die tatsächlichen Kosten nicht gedeckt sind – auch in Perinatal­zentren“, kritisiert Schmittenbecher. © hil/aerzteblatt.de

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