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Medizin

Ernährung von Kindern spiegelt sich in Aktivität ihrer Gene

Sonntag, 19. November 2017

/Syda Productions, stock.adobe.com

München – Die Art, wie ein Kind ernährt wird, spiegelt sich in der Aktivität mancher seiner Gene. Das berichten Wissenschaftler um Berthold Koletzko vom Dr. von Haunerschen Kinderspital, das zum Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München gehört. Die Arbeit ist in der Fachzeitschrift Scientific Reports erschienen (2017; doi: 10.1038/s41598-017-13099-4).

Die Studie befasst sich mit der Epigenetik bei Kindern. Sie verbindet das, was wir täglich tun, essen und erleben mit der Aktivität unserer Gene. Dass die Gene der Zellen biochemisch auf Ereignisse in der Umwelt reagiert, ist etwa seit der Jahrtausendwende bekannt. Die Umweltreize vermitteln sich, indem sich bestimmte Methylgruppen an die Erbsubstanz DNA anheften oder auch nicht anlagern. Die Gruppen können die Gene aktivieren oder auch abschalten. 

Für die vorliegende Studie haben die Forscher Blutproben von knapp 400 Kindern im Alter von fünfeinhalb Jahren analysiert. Diese Mädchen und Jungen nehmen an einer europaweiten Studie teil, die seit mehr als zehn Jahren läuft. Dabei werden die Kinder von Geburt an immer wieder gewogen und gemessen und die Forscher ermitteln genau, wie sie ernährt werden und ob sie übergewichtig sind. Auch die Ernährung und das Gewicht der Mütter während der Schwangerschaft wird erfasst.

Mit einem speziellen Verfahren haben der Erstautor Peter Rzehak, Epidemiologe in der Abteilung für Stoffwechsel und Ernährung am Dr. von Haunerschen Kinderspital, und sein Team den Fett- und Muskelanteil der knapp 400 Kinder bestimmt. In einem zweiten Schritt nutzten die Forscher einen neuen Chip, der mehr als 400.000 Methy­lierungsstellen am Erbgut erfasst, das aus den Blutproben der Kinder isoliert wurde. Es zeigte sich, dass das Methylierungsmuster an 13 markanten Stellen auf eine hohe Fettmasse hinweist.

„Die Stellen könnten somit vielleicht eines Tages als Marker dienen, um frühzeitig Kinder zu erkennen, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit übergewichtig werden könnten“, erläutert Rzehak. Eine ausgewogene Ernährung könne die Methylierungs­muster aber wieder verändern. „Das ist die gute Botschaft“, so Rzehak. © hil/aerzteblatt.de

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