NewsMedizinErnährung von Kindern spiegelt sich in Aktivität ihrer Gene
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Ernährung von Kindern spiegelt sich in Aktivität ihrer Gene

Sonntag, 19. November 2017

/Syda Productions, stock.adobe.com

München – Die Art, wie ein Kind ernährt wird, spiegelt sich in der Aktivität mancher seiner Gene. Das berichten Wissenschaftler um Berthold Koletzko vom Dr. von Haunerschen Kinderspital, das zum Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München gehört. Die Arbeit ist in der Fachzeitschrift Scientific Reports erschienen (2017; doi: 10.1038/s41598-017-13099-4).

Die Studie befasst sich mit der Epigenetik bei Kindern. Sie verbindet das, was wir täglich tun, essen und erleben mit der Aktivität unserer Gene. Dass die Gene der Zellen biochemisch auf Ereignisse in der Umwelt reagiert, ist etwa seit der Jahrtausendwende bekannt. Die Umweltreize vermitteln sich, indem sich bestimmte Methylgruppen an die Erbsubstanz DNA anheften oder auch nicht anlagern. Die Gruppen können die Gene aktivieren oder auch abschalten. 

Anzeige

Für die vorliegende Studie haben die Forscher Blutproben von knapp 400 Kindern im Alter von fünfeinhalb Jahren analysiert. Diese Mädchen und Jungen nehmen an einer europaweiten Studie teil, die seit mehr als zehn Jahren läuft. Dabei werden die Kinder von Geburt an immer wieder gewogen und gemessen und die Forscher ermitteln genau, wie sie ernährt werden und ob sie übergewichtig sind. Auch die Ernährung und das Gewicht der Mütter während der Schwangerschaft wird erfasst.

Mit einem speziellen Verfahren haben der Erstautor Peter Rzehak, Epidemiologe in der Abteilung für Stoffwechsel und Ernährung am Dr. von Haunerschen Kinderspital, und sein Team den Fett- und Muskelanteil der knapp 400 Kinder bestimmt. In einem zweiten Schritt nutzten die Forscher einen neuen Chip, der mehr als 400.000 Methy­lierungsstellen am Erbgut erfasst, das aus den Blutproben der Kinder isoliert wurde. Es zeigte sich, dass das Methylierungsmuster an 13 markanten Stellen auf eine hohe Fettmasse hinweist.

„Die Stellen könnten somit vielleicht eines Tages als Marker dienen, um frühzeitig Kinder zu erkennen, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit übergewichtig werden könnten“, erläutert Rzehak. Eine ausgewogene Ernährung könne die Methylierungs­muster aber wieder verändern. „Das ist die gute Botschaft“, so Rzehak. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. Oktober 2018
Nottingham – Patienten mit Gichtanfällen, die durch Ablagerungen von Harnsäurekristallen in Haut und Gelenken ausgelöst werden, erreichten in einer randomisierten Studie im Lancet (2018; 392:
Gicht-Schulung verbessert Behandlungsergebnisse
22. Oktober 2018
Providence/Rhode Island – Heiße Getränke einschließlich Kaffee galten bisher als mögliche Trigger der Rosazea, doch eine Auswertung der Nurses' Health Study II in JAMA Dermatology (2018; doi:
Kaffee könnte vor Rosazea schützen
18. Oktober 2018
Berlin – In wenigen Monaten will auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) eine quantitative Empfehlung zum Zuckerkonsum aussprechen. Das Positionspapier zur Zuckerreduktion soll Anfang 2019
DGE-Empfehlung für Zuckerkonsum angekündigt
18. Oktober 2018
Kuopio – Eine vollkornreiche Ernährung gilt neben anderen Lebensstilfaktoren als besonders gesundheitsförderlich – unter anderem soll sie das kardiovaskuläre Risiko reduzieren, zur Erhaltung eines
Betaine könnten gesundheitsförderliche Wirkungen von Vollkornproduken mitverantworten
17. Oktober 2018
Berlin – Die Vereinbarung von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) mit der Industrie für weniger Zucker, Fett und Salz in Fertigprodukten ist bei Opposition, Verbraucherschützern und
Grüne kritisieren Klöckners Pläne für weniger Fett und Zucker
16. Oktober 2018
Berlin – Für eine gesündere Ernährung sollen Fertiggerichte wie etwa Tiefkühlpizza künftig schrittweise mit weniger Fett, Salz und Zucker auskommen. Auch Portionsgrößen von Produkten sollen kleiner
Klöckner einigt sich mit Industrie auf weniger Fett und Salz in Fertiggerichten
16. Oktober 2018
Otago – Nach der Auffassung neuseeländischer Forscher ist die Ernährung für die Entwicklung einer Gicht weit weniger wichtig als bislang angenommen. Entscheidend sei vielmehr die genetische
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER