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Jeder fünfte Patient mit seiner Knieendoprothese nicht zufrieden

Freitag, 17. November 2017

/dpa

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik (AE) fordert eine detailliertere Aufklärung der Patienten vor der Entscheidung für eine Knieendoprothese. Grund dafür ist, dass offenbar rund ein Fünftel der Patienten, die mit einem künstlichen Kniegelenk leben, mit ihrer Endoprothese nicht zufrieden sind. Die Fachgesellschaft – eine Sektion der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) – bezieht sich bei dieser Zahl auf eine Metaanalyse von Studien zu der Patientenzufriedenheit nach dem Eingriff, die in der Dezemberausgabe des Journal auf Arthroplasty erscheint (2017; doi: 10.1016/j.arth.2017.07.021). Danach gehören Lockerungen, Infektionen, aber auch Bewegungseinschränkungen und Schmerzen zu den häufigsten Gründen für die Unzufriedenheit. 

2016 haben in Deutschland laut der Fachgesellschaft etwa 187.000 Patienten ein künstliches Kniegelenk erhalten. Über 96 Prozent der Implantate leisteten ihren Dienst länger als 15 Jahre. Sie ermöglichten Aktivität auch in höherem Alter und haben so entscheidenden Einfluss auf den allgemeinen Gesundheitszustand der Patienten. „Eine gute Funktion und ein natürliches Gelenksgefühl, das sogenannte ‚forgotten knee‘, sind deshalb unser erklärtes Ziel bei einer Knieprothese“, betont der AE-Präsident Henning Windhagen. Dennoch könne ein Implantat den natürlichen Knochen nie vollständig ersetzen. „Darüber sollten sich die Patienten vorher im Klaren sein“, so Windhagen.

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Vielmehr gelte es, sich vor der Entscheidung mit den individuellen Risiken und Erwartungen auseinanderzusetzen und im ausführlichen Gespräch mit dem Arzt das Für und Wider einer Knieprothese abzuwägen. Gegebenenfalls sollten Patienten auch eine Zweitmeinung einholen. Zum Beispiel stellten starkes Übergewicht und Begleiterkrankungen wie Gicht, Diabetes, Rheuma und neurologische Erkrankungen wie Parkinson ein erhöhtes Risiko für ein Implantatversagen dar.

„Ebenso hat die psychische Verfassung einen starken Einfluss auf die Zufriedenheit mit einer Prothese“, so Windhagen. Depressionen hätten zum Beispiel mitunter zur Folge, dass ein Patient per se unzufrieden sei und auch leichte Beschwerden nicht tolerieren könne. Zu einer guten Prothesenfunktion gehörten außerdem ein verantwortungsvolles Verhalten der Patienten. „Extremsport sollte vermieden werden“, nennt Windhagen ein Beispiel. Sonst drohten frühzeitige Abnutzung und Lockerung des Implantates.

Karl-Dieter Heller, Generalsekretär der AE, rät den Patienten zudem zu Geduld: „Die vollständige Rehabilitation zieht sich etwa zwei Jahre hin. So lange verbessert sich die Funktion von Gelenk und Muskelapparat“, so der Chefarzt der Orthopädischen Klinik am Herzogin Elisabeth Hospital in Braunschweig. © hil/aerzteblatt.de

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