NewsAuslandAmsterdam macht das Rennen um EU-Arzneimittel­agentur
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Amsterdam macht das Rennen um EU-Arzneimittel­agentur

Montag, 20. November 2017

/dpa

Brüssel – Bonn ist im Rennen um die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) schon in der ersten Wahlrunde auf der Strecke geblieben. Den Zuschlag bekam heute nach drei Abstimmungen der Europaminister per Losentscheid schließlich das niederländische Amsterdam. Die deutschen Hoffnungen konzentrierten sich danach auf die EU-Banken­aufsicht (EBA), die gleichfalls wegen des Brexits Großbritannien verlassen muss. Hier trat die Bundesregierung mit Frankfurt am Main an.

In der ersten Wahlrunde für beide Agenturen konnte jedes der 27 EU-Länder ohne Großbritannien sechs Stimmen vergeben: drei für seinen favorisierten Kandidaten, zwei für den zweitbesten und einen für den drittbesten – manchen Diplomaten erinnerte das Verfahren an den Eurovision Song Contest.

Anzeige

Im Wettstreit um die Arzneimittelbehörde EMA mit rund 890 Mitarbeitern kam Bonn in der ersten Runde nur auf drei Punkte und schied damit aus. Wenn die Bundesregierung ihre eigene Maximalpunktzahl an die deutsche Kandidatur vergeben hat, wäre Bonn damit von keinem anderen Land unterstützt worden.

Über eine zweite Runde, in der jedes Land nur noch eine Stimme hatte, schied dann auch Kopenhagen aus. Amsterdam und Mailand bekamen dann in der dritten Runde jeweils 13 Stimmen. Das Glück im Losentscheid hatten dann die Niederländer.

Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD), der für Deutschland an der Abstimmung teilnahm, gratulierte Amsterdam. Die Stadt sei „eine exzellente Wahl“, schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter. Der Standort garantiere die Kontinuität der Arbeit der Agentur für sichere medizinische Produkte für Europas Verbraucher.

Auch Martin Zentgraf, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Pharmazeu­tischen Industrie, bezeichnete die Entscheidung über den neuen EMA-Sitz als „vernünftig“. 

Ursprünglich hatte das Bewerberfeld für die EMA 19 Staaten umfasst. Kurz vor Beginn des Votums hatten sich aber drei EU-Länder zurückgezogen: Irland, Kroatien und Malta. Die irische Regierung begründete dies damit, ihre Kandidatur für die EU-Banken­aufsicht stärken zu wollen.  Jedes EU-Land konnte nach den Regeln aber nur eine der beiden Agenturen bekommen. Die Abstimmung über die EBA begann am Abend. © afp/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

5. Dezember 2018
Brüssel – Das Europäische Parlament will in der kommenden Woche über das neue Forschungsprogramm „Horizont Europa“ abstimmen. Dabei soll insbesondere die Bekämpfung von Krebsarten bei Kindern
Europaparlament plant rund eine Milliarde Euro für Krebsforschung bei Kindern
27. November 2018
Brüssel – Das Ende der Zeitumstellung im Frühjahr und Herbst kommt wohl noch nicht im kommenden Jahr. Die EU-Staaten wollten mehr Vorlaufzeit, bestätigten EU-Diplomaten heute in Brüssel. Deshalb
Ende der Zeitumstellung wohl noch nicht 2019
26. November 2018
Brüssel/London – Europäische Ärzte, die in Großbritannien leben, dürfen auch nach einem Brexit weiterhin dort bleiben und arbeiten. Ihr Recht auf Aufenthalt, Erwerbstätigkeit, Familiennachzug, auf
Brexitabkommen: EU-Ärzte sollen weiter in Großbritannien arbeiten können
12. November 2018
Berlin/Brüssel – Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Frank Ulrich Montgomery, vertritt künftig die Interessen der europäischen Ärzte bei der EU-Kommission und dem Europaparlament. Die
CPME-Präsident: Montgomery vertritt Europas Ärzte in Brüssel
7. November 2018
Bochum – Die EU-Kommission hat im Sommer dieses Jahres vorgeschlagen, ab kommendem Jahr den Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit abzuschaffen. Nachdem die EU und die DAK eine Umfrage zur
Onlineumfrage zur Zeitumstellung befürwortet dauerhafte Winterzeit
25. Oktober 2018
Berlin – Der geplante Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) hat durch den Wegfall der britischen Zulassungsbehörde Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency (MHRA) eine
Brexit bringt Mehrarbeit für deutsche Arzneimittelbehörden
25. Oktober 2018
Straßburg – Weniger Antibiotika für Rinder, Schweine, Geflügel und andere Nutztiere – darauf zielt eine neue Verordnung ab, die das Europaparlament heute verabschiedet hat. Hintergrund sind zunehmende
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER