NewsÄrzteschaftHausärzten in Nordrhein drohen Regresse wegen Abgabe von Wundversorgungs­materialien
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Hausärzten in Nordrhein drohen Regresse wegen Abgabe von Wundversorgungs­materialien

Dienstag, 21. November 2017

/dpa

Düsseldorf – Ärger um die Abgabe von Sprechstundenbedarf gibt es in Nordrhein. „Viele Kollegen sehen sich dieser Tage wieder einmal mit Zahlungsforderungen auf Antrag der Kassen in vierstelligen Euro Höhe konfrontiert“, sagte der Vorsitzende des Hausärzteverbandes Nordrhein, Dirk Mecking. Es gehe dabei um Sprechstundenbedarf, konkret um moderne Wundversorgung wie Alginate, Schaumverbände oder Hydrogele.

Mecking betonte, die Kosten seien ausschließlich zugunsten der Behandlung von Schwerkranken entstanden. „Liegegeschwüre und offene Beine müssen regelmäßig mit Wundverbandstoffen versorgt werden“, erläuterte er. Die Beschaffung der Wund­verband­stoffe sollte auf den Namen des Patienten erfolgen. „Was geschieht aber im Alltag, wenn die meist alten Patienten in die Praxis kommen? Sie werden versorgt mit eben diesen Wundverbänden aus dem vorhandenen Sprechstundenbedarf der Praxen“, erläutert der Nordrheiner Hausarzt. 

Anzeige

„Das Verbandmaterial war und ist für die Versorgung der Patienten nötig“, betonte auch der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein, Frank Bergmann. Der einzige Fehler, den die Praxen gemacht hätten, sei, bestimmte Verbände über den Sprechstundenbedarf zu beziehen statt diese auf einem Rezept auf den Namen des Patienten zu verordnen. 

„Von unseren sonst konstruktiven Vertragspartnern Krankenkassen, die auf eine gute Versorgung der Versicherten achten sollen, hätte man einen Antrag auf Überarbeitung und Modernisierung der Sprechstundenbedarfsverordnung erwartet“, kritisiert Mecking. Stattdessen lägen nun unnötig Regresse auf den Schreibtischen der Hausärzte.

Auch die KV Nordrhein setzt auf die Einsicht der Krankenkassen im Rheinland und hofft, dass sie ihre Prüfanträge zurückziehen, „weil sich diese ausschließlich auf Formfehler stützen und den Kassen kein finanzieller Schaden entstanden ist“, hieß es aus der KV. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #102045
ullrichkatz
am Freitag, 5. Januar 2018, 21:46

Verzeihung für die Fehler

Leider zu früh auf die falsche Taste gedrückt -Und nun konnte ich nicht mehr durchlesen und korrigieren. Mein verzeihe mir bitte...Ullrich Katz
Avatar #102045
ullrichkatz
am Freitag, 5. Januar 2018, 21:42

Müllerstraße 143 Offene Beine müssen nicht mit so genannten“modernen Wund Auflagen“ behandelt werden –keine Evidenz

Die weitaus meisten aller chronischer Wunden haben als Ursache venöse Erkrankungen, Sind so genannte Überdruckgeschwüre. Die Beine sind geschwollen und gespannt und können nicht teilen – egal was als „ moderne Wundauflage“ drauf kommt. Kompression verbände heilen die allermeisten Wunden problemlos ab – wir haben mehrere 1000 behandelt und nie auch nur eine einzige dieser Inzwischen über 5000 neuen Wundauflagen benutzt. Es gibt absolut keine Evidenz ,dass Alginate, Hydrogele,Schaumverbände usw. bei schwer kranken Patienten besser sind als die Basistherapie mit Kompressionsverbänden. Kompressionsmanagement geht vor Wundmanagement. Nimm den Druck weg und die Wunden heilen. Und die Kassen könnten Milliarden sparen. Stattdessen fahr die Hersteller hochpreisig eine Werbekampagne, leider unterstützt von vielen Ordinarien… in wenigen Wochen kann man in Deutschland zum Wundexperten ausgebildet werden – ein Skandal! Der Wundmanager hat die Führung der Wundversorgung übernommen! Ebenfalls ein Skandal. Dieses muss wieder ärztlicher Hand. Ich helfe gern dabei – massenhaft Fotomaterial zur Dokumentation kann dabei helfen. Zur Zeit wird eine unheimliche Kampagne Betrieben damit die Wundauflagen von den Krankenkassen weiter bezahlt werden. Hier besteht ein enormes konzertiertes Miss-Management im Gesundheitswesen ! Auf nationalen und internationalen Kongressen werden Kritiker nicht zugelassen, aber die Werbung für die 5000 der Wundauflage funktioniert blendend. Dieses Geld fehlt in der Wundversorgung und es muss ich endlich etwas ändern. Gefäße brauchen Bo auf nationalen und internationalen Kongressen werden Kritiker nicht zugelassen, aber die Werbung für die 5000 der Wundauflage funktioniert blendend. Dieses Geld fehlt in der Wundversorgung und es muss ich endlich etwas ändern. Gefäß brauchen Druck ,Dann sprießen die Kapillaren wieder und nicht 5000 Wund-Auflagen. Die KV und Krankenkassen sollte nicht mit Regressen reagieren sondern mit Aufklärung und Mut. Sie haben es in der Hand den Herstellern Paroli zu bieten. Und jeder der über wund Versorgung spricht, muss seine Interessenskonflikte offenbaren ! Sie werden ihr blaues Wunder erleben…
Ullrich Katz ehemaliger Chefarzt der Klinik am RUHRPARK Bochum
Wundklinik – Fachklinik für Venenerkrankungen
Leitender Arzt des Wundzentrum der AOK Nord Ost Berlin Müllerstraße 143
LNS

Nachrichten zum Thema

5. Oktober 2018
Berlin – Das Ausgabenvolumen für Arzneimittel steigt im kommenden Jahr um 3,7 Prozent. Das ist das Ergebnis der bundesweiten Rahmenvorgaben, auf die sich Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und
Mehr Geld für Arznei- und Heilmittel
28. September 2018
Berlin – Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) hat sich bei Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) dafür eingesetzt, Patienten den Direktzugang zum Heilmittelerbringer zu ermöglichen.
Heilmittelerbringer fordern Direktzugang des Patienten
18. September 2018
Berlin – Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) will offenbar auch bei der Heil- und Hilfsmittelversorgung ein Gesetzgebungsverfahren starten. Dazu gehört auch eine Neuordnung in der Physiotherapie,
Ge­sund­heits­mi­nis­terium: Blankoverordnung soll bis März 2020 kommen
26. Juli 2018
Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) ist mit seinem Beschluss zur Definition von Verbandmitteln und „sonstigen Produkten zur Wundbehandlung“ übers Ziel hinausgeschossen. Das
Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium beanstandet G-BA-Beschluss zu Verbandmitteln
19. Juli 2018
Berlin – Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) hat ein bundesweit einheitliches und kassenübergreifendes Festpauschalsystem für aufsaugende Inkontinenzhilfen gefordert. Dass soll die Basis für
Inkontinenz: BVMed fordert Versorgung ohne Zuzahlung
3. Juli 2018
Frankfurt am Main – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen hat die gemeinsame Prüfvereinbarung mit den hessischen Krankenkassen gekündigt. Die Kündigung wird zum Jahresende wirksam. „Nicht
KV Hessen kündigt Prüfvereinbarung mit den Krankenkassen
14. Juni 2018
Berlin – Das „ReWalk Personal 6.0“-Exoskelett ist jetzt offiziell in das Hilfsmittelverzeichnis der Kassen aufgenommen worden. Eine entsprechende Entscheidung hatte der Spitzenverband der gesetzlichen
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER