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Politik

Studie: Pflegemarkt wird stark wachsen

Mittwoch, 22. November 2017

München – Der Markt für Pflegedienstleistungen wird nach einer Studie in den kommenden Jahren kräftig wachsen. Er sei mit rund 50 Milliarden Euro Umsatz schon heute das drittgrößte Segment im deutschen Gesundheitswesen, heißt es im „Wachstumsmotor Pflege“ der Unternehmensberatung Roland Berger, der heute in München veröffentlicht wurde. Bis 2030 werde sein Volumen weiter auf bis zu 85 Milliarden Euro wachsen.

Seit 2005 wächst der deutsche Pflegemarkt laut Studie im Schnitt um knapp fünf Prozent pro Jahr – und somit schneller als die Gesamtwirtschaft. 2015 wurden 47 Milliarden Euro umgesetzt; nur Krankenhäuser und ambulante ärztliche Versorgung liegen im Gesundheitswesen noch davor. Dabei spielen verschiedene Trends eine wesentliche Rolle, allen voran die demografische Entwicklung Deutschlands: Aufgrund der alternden Gesellschaft wird die Zahl der Pflegebedürftigen von zuletzt 2,9 Millio­nen bis 2030 voraussichtlich auf 3,5 Millionen steigen.

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Andererseits gehen wir auch von Trends aus, die den Pflegemarkt bremsen werden, erläutert Oliver Rong, Partner von Roland Berger und Leiter der Healthcare Practice in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Verstärkte Prävention und medizinisch-technischer Fortschritt werden zum Beispiel dafür sorgen, dass immer mehr Menschen länger gesund bleiben. Dadurch reduziert sich der pflegerische Aufwand am Lebens­ende.

Außerdem wird die Altenpflege in Deutschland nach Darstellung der Autoren immer professioneller: Würden heute noch mehr als 1,3 Millionen Pflegebedürftige von Angehörigen zu Hause betreut, so müssten dies in Zukunft vermehrt Fachkräfte übernehmen. Denn immer mehr Menschen lebten alleine und benötigten für bestimmte Krankheiten wie Demenz eine permanente und professionelle Pflege. „Bereits jetzt mangelt es an qualifiziertem Personal – und dies treibt die Preise weiter in die Höhe. Damit wird es immer mehr Menschen geben, die auf die Unterstützung der Sozialhilfeträger angewiesen sind“, heißt es im Bericht. © kna/aerzteblatt.de

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