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Politik

Chronikerprogramme eine Erfolgsgeschichte – dennoch Handlungbedarf

Mittwoch, 22. November 2017

Bonn – Die strukturierten Behandlungsprogramme (Disease Management Programm, DMP) sind laut dem Bundesversicherungsamt (BVA) eine Erfolgsgeschichte. Dennoch gibt es nach Auffassung des BVA-Präsidenten, Frank Plate, Herausforderungen: „Die bisher im Rahmen der DMP-Evaluation erhobenen Daten der chronisch Kranken werden nicht optimal für die Versorgungsforschung genutzt. Dabei kann man es sich nicht leisten, diesen einmaligen Datenschatz ungenutzt zu lassen.

Auch die Ausgestal­tung der Schulungsprogramme für die DMP-Teilnehmer und die Quote der Teilnahme ist noch verbesserungswürdig“, sagte Plate anlässlich des 15. Jahrestages der Einführung der DMP bei einer Veranstaltung der Betriebs­kranken­kassen (BKK) in Frankfurt.

Die DMP wurden 2002 durch Regelungen des Gesetzgebers eingeführt. Derzeit gibt es Behandlungsprogramme für Brustkrebs, Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2, Asthma bronchiale, chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) und koronare Herz­erkran­kungen (KHK). Laut dem BVA bieten praktisch alle Krankenkassen ihren Versicher­ten DMP an. Mehr als 76.000 Ärzte seien Teil des DMP-Versorgungsnetzes. „Eine flächendeckende Versorgung mit DMP in ganz Deutschland ist somit sicher­gestellt“, hieß es aus dem BVA.

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Auch die Patienten nähmen die Programme gut an. Derzeit lägen über 7,9 Millionen DMP-Einschreibungen vor. Allein im DMP für Diabetes mellitus Typ 2 seien es mehr als 4,1 Millionen. „Dies bedeutet beispielsweise, dass mehr als 60 Prozent aller in Deutsch­land behandelten Diabetes-mellitus-Typ-2-Patienten im Rahmen der DMP versorgt werden“, berichtet das BVA.

Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat die Aufgabe, geeignete chronische Erkrankungen festzulegen, für die DMP entwickelt werden sollen, sowie die inhalt­lichen Anforderungen an solche Programme genauer zu bestimmen. Derzeit befinden sich im G-BA fünf neue DMP in der Entwicklung: Chronische Herzinsuffizienz, Depressionen, Osteoporose, rheumatoide Arthritis und Rückenschmerz. © hil/aerzteblatt.de

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