NewsMedizinDSL-Nutzer schlafen weniger und schlechter als Menschen ohne DSL-Anschluss
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

DSL-Nutzer schlafen weniger und schlechter als Menschen ohne DSL-Anschluss

Freitag, 24. November 2017

DSL-Nutzer schlafen weniger und schlechter als Menschen ohne DSL-Anschluss /dpa
/dpa

Berlin – Menschen, die noch bis zur Schlafenszeit vor einem Bildschirm sitzen, schlafen signifikant weniger und sind unzufriedener mit ihrem Schlaf. Das belegt eine Studie auf Basis der Daten der Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Demnach leiden vor allem junge DSL-Nutzer im Alter zwischen 18 und 30 Jahren unter einem die Gesundheit beein­trächtigenden Schlafmangel. Die Studie wurde kürzlich als SOEPpapers veröffentlicht.

Die SOEP-Daten zeigen, dass Erwachsene im Alter von 18 bis 59 Jahren unter der Woche im Durchschnitt etwa 6,8 Stunden schlafen und am Wochenende 7,9 Stunden. Als gesund gilt aus der Sicht von Experten eine Schlafdauer von 7 bis 9 Stunden.

Um herauszufinden, wie sich ein DSL-Zugang und die damit verbundene längere Nutzung von digitalen Medien auf den Schlaf auswirkt, analysierten die italienischen Ökonomen Francesco C. Billari, Osea Giuntella und Luca Stella die Angaben von mehr als 24.000 Menschen, die zwischen 2008 und 2012 im Rahmen der Langzeitstudie SOEP immer wieder befragt wurden. Diese beantworteten unter anderem Fragen zu ihrer durchschnittlichen Schlafdauer und ihrer Schlafzufriedenheit. Darüber hinaus machten sie Angaben, ob sie einen DSL-Anschluss hatten oder nicht. Außerdem werteten die Forscher Daten des German Time Use Survey aus, einer Zeitverwendungs­erhebung des Statististischen Bundesamts, für die 5.587 Menschen in zehnminütigen Intervallen genau ihre Aktivitäten im Verlauf eines Tages protokolliert hatten.

Anzeige

Das Ergebnis der Studie zeigt: DSL-Nutzer schlafen im Durchschnitt 25 Minuten pro Nacht weniger als Menschen ohne DSL-Anschluss. Und sie empfinden ihren Schlaf signifikant häufiger als unzureichend und weniger zufriedenstellend als andere.

„Besonders der Schlaf jüngerer Menschen unter 30 Jahren, die einen DSL-Anschluss nutzen, ist gefährdet“, sagt Stella von der Bocconi-Universität in Mailand, einer der Autoren. Im Durchschnitt würden sie 70 Minuten weniger als Gleichaltrige ohne DSL-Zugang schlafen. „Außerdem steigt die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit, dass sie in der SOEP-Befragung angeben, an Schlafmangel zu leiden, um etwa 40 Prozent“, sagt der Ökonom.

DSL-NutzerInnen zwischen 30 und 59 Jahren rauben vor allem PC und Smartphone den Schlaf. Wenn sie diese Geräte vor dem Schlafengehen eine halbe Stunde lang nutzen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie höchstens 6 Stunden Schlaf abbekommen, um 30 Prozent. © gie/idw/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #720508
e.ne
am Samstag, 25. November 2017, 16:02

Leistungsdruck führt zum Übergehen der Müdigkeit zu Einschlafschwierigkeiten > zu wieder hoch

Viele DSL-Nutzer sind auch Spieler - die müssen dann weiter machen bis in die frühen Morgenstunden (als Arbeitslose, Früh-Rentner). Dabei führen sie sich (tagsüber) auf, als ginge es um real viel Geld an realen Börsen o.ä. Zunehmend Verhaltensschwierigkeiten. Der PC vermittelt das Gefühl gebraucht zu werden.Wichtig zu sein. In der Lebenswirklich tritt Versagen auf. Die Umgebung wird angebrüllt.
Aber auch die Nicht-Spieler müssen unbedingt noch ihre Accounts lesen, News lesen, kommentieren.
Das ist Arbeit. Kaum legt man sich hin, fällt einem noch viel ein und man sitzt schon wieder.
Es hilft: Kein DSL-Anschluß> Prepaid Stick. Der ist ab und zu leer, oder keine Verbindung und schon hat man ein Internetfreies Wochenende und dann: stellt man fest: Das braucht es gar nicht. Man
erholt sich. Darf alleine fühlen, Denken (sofern Familie, Haus, Nachbarn/Verrückte dies zulassen -
bzw. man nicht ausschliesslich von Geistes-Verhaltensgestörten, Wahn-Einbildungskranken umgeben ist.)
LNS

Nachrichten zum Thema

27. August 2020
Berlin – Immer mehr Teenager in Deutschland schlafen schlecht. Das geht aus einer heute in Berlin veröffentlichten Analyse der Barmer hervor. Während Ärzte 2005 bei 9.167 Personen im Alter von 15 bis
Immer mehr Schlafstörungen bei Teenagern
10. August 2020
Basel – Die Regionen des Gehirns, die die Traumphasen und die Gedächtnisbildung während des Schlafs steuern, beeinflussen möglicherweise auch unser Essverhalten. Bei Mäusen konnten Forscher in den
REM-Schlaf kann das Essverhalten beeinflussen
23. Juli 2020
Palo Alto/Kalifornien – Eine Verkürzung des REM-Schlafs, der Traum- und Lernphase des Schlafes, ging in 2 Langzeitstudien in JAMA Neurology (2020; DOI: 10.1001/jamaneurol.2020.2108) mit einer erhöhten
Studie: Menschen mit wenig REM-Schlaf sterben früher
26. Mai 2020
Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hat die Leitlinie „Insomnie bei neurologischen Erkrankungen“ neu herausgegeben. Sie unterscheidet zwischen Insomnie bei Kopfschmerz,
Neue Leitlinien zu Schlafstörungen bei neurologischen Erkrankungen
13. Mai 2020
Köln – Eine nachts im Mund getragene Kunststoffschiene, die die Atemwege mechanisch offenhält, kann die Tagesschläfrigkeit von Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe lindern. Die Therapie ist der
Unterkieferschiene hilft gegen Tagesschläfrigkeit bei obstruktiver Schlafapnoe
6. März 2020
Boston – Ein häufiger Wechsel der Schlafgehzeiten und der Schlafdauer können das Risiko auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. In einer prospektiven Beobachtungsstudie erkrankten Erwachsene mit
Unregelmäßiger Schlaf erhöht Herz-Kreislauf-Risiko
20. Februar 2020
Kiel – Schlafstörungen und Fatigue können chronische Erkrankungen begleiten, werden in Studien aber häufig nur am Rande berücksichtigt. Ein Grund dafür ist das Fehlen praktikabler Methoden, um sie
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER