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Medizin

Krebs: Viele Patienten erkranken ein zweites Mal

Freitag, 24. November 2017

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Dallas – Nicht wenige Menschen erkranken in Verlauf ihres Lebens mehrmals an Krebs. Jeder vierte Patient über 65 Jahre, der dem US-Krebsregister gemeldet wurde, war im früheren Leben bereits an einem anderen Krebs erkrankt. Bei den jüngeren Patienten lag der Anteil laut einer Studie in JAMA Oncology (2017; doi:10.1001/jamainternmed.2017.3605) bei 11 Prozent.

Viele Krebserkrankungen haben gemeinsame Ursachen. Rauchen kann Lungenkrebs, aber auch Kopf-Hals-Tumore auslösen. BRCA1/2-Mutationen sind für Brust und Ovarialkarzinome verantwortlich. Infektionen mit humanen Papillomaviren können Karzinome in Zervix, Anus und Rachen verursachen. Krebserkrankungen können auch als Folge der Strahlen- und/oder Chemotherapie auftreten.

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Es ist deshalb plausibel, dass Menschen im Verlauf des Lebens mehrmals an Krebs erkranken. Früher wurde dies selten beobachtet, weil die meisten Therapien nur eine lebensverlängernde Wirkung, aber keine Heilung erzielten. Heute ist dies anders. Seitdem viele Patienten geheilt werden können, steigt die Zahl der Krebsüberlebenden. In den USA hat sich die Zahl in den letzten 30 Jahren auf 15,5 Millionen vervierfacht.

Caitlin Murphy vom Texas Southwestern Medical Center in Dallas hat hierzu die Daten des US-Krebsregisters SEER (Surveillance, Epidemiology, and End Results) ausgewertet.

Ergebnis: Von 765.843 Patienten, die in den Jahren 2009 bis 2013 wegen einer Krebserkrankung gemeldet wurden, waren 141.021 (18,4 Prozent) schon vorher einmal an Krebs erkrankt (ohne dass es sich um ein Rezidiv oder um Spätmetastasen handelte). Von den Patienten über 65 Jahre hatten 25,2 Prozent eine frühere Krebserkrankung in der Anamnese, bei den jüngeren Patienten betrug der Anteil 11 Prozent.

Im Alter über 65 Jahre waren Melanome (36,9 Prozent) die häufigste Krebserkrankung mit vorheriger Krebserkrankung. Auch die Patienten mit Leukämie (36,9 Prozent), Krebserkrankung von Knochen und Gelenken (34,0 Prozent) sowie der Blase oder anderer Harnorgane (32,5 Prozent) hatten eine andere Krebserkrankung in der Vorgeschichte.

Bei jüngeren Patienten waren Leukämien (24,8 Prozent), Anorektalkarzoinome (18,2 Prozent), Zervix-, Vagina- und Vulvakrebs (15,0 Prozent) und Krebserkrankungen der Lungen und Atemwegsorgane (14,6 Prozent) häufiger die zweite Krebserkrankung der Patienten.

Eine zweite Krebserkrankung bei einem Patienten stellt die Onkologen häufig vor ein Dilemma. Da die meisten Krebsstudien Patienten mit früheren Krebserkrankungen ausschließen, gibt es nur wenige Daten über die Wirksamkeit zugelassener Therapien. © rme/aerzteblatt.de

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