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Hochschulen

Forscher wollen Bakteriophagen zur Infektabwehr einsetzen

Freitag, 24. November 2017

Gamma-Bakteriophagen /Vincent Fischetti, Raymond Schuch – Rockefeller University

Berlin – Eine alternative Strategie zur Behandlung bakterieller Infektionen wollen verschiedene Partner im Projekt „Phage4Cure“ entwickeln. Die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Toxikologie und experimentelle Medizin ITEM, des Leibniz-Instituts DSMZ – Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH, die Charité – Universitätsmedizin Berlin und die Charité Research Organisation GmbH wollen dazu Bakteriophagen als zugelassenes Arzneimittel gegen bakterielle Infektio­nen etablieren. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt über drei Jahre mit knapp vier Millionen Euro.

Bakteriophagen sind Viren, die hochspezifisch Stämme einer bestimmten Bakterienart erkennen und befallen und diese schließlich zerstören. „Vor allem im osteuropäischen Raum werden Phagen bereits seit Jahrzehnten erfolgreich als Alternative und Ergän­zung zur klassischen Antibiotikatherapie eingesetzt“, hieß es aus dem Konsortium. In der EU sei die Therapie allerdings nicht zugelassen. 

„Unser mittelfristiges Ziel ist es, Phagen als neuartige und zusätzliche Therapie für verschiedene Infektionskrankheiten und in unterschiedlichen Verabreichungsformen als Arzneimittel zu entwickeln – insbesondere da, wo Antibiotika gegenwärtig an ihre Grenzen gelangen“, erläutert Holger Ziehr, Projektkoordinator und Leiter der pharma­zeutischen Biotechnologie am Fraunhofer ITEM. Die Wissenschaftler wollen zunächst mit Bakteriophagen arbeiten, die sich spezifisch gegen das Bakterium Pseudomonas aeruginosa richten.

„Es gibt viele verschiedene Pseudomonas-aeruginosa-Stämme, die sich jeweils nur leicht voneinander unterscheiden. Die Herausforderung ist, Phagen mit einem möglichst breiten Wirtsspektrum zu finden“, erläutert Christine Rohde vom Leibniz-Institut DSMZ. Diese Phagen werden dann zur weiteren Hochaufreinigung und pharmakologischen Herstellung an das Fraunhofer ITEM übergeben. Dort wird das Team von Ziehr einen Herstellungsprozess für Phagen-Wirkstoffe entwickeln. Außer­dem sollen hier erste präklinische Prüfungen erfolgen.

Weitere präklinische Untersuchungen werden Wissenschaftler an der Charité – Universitätsmedizin Berlin um Martin Witzenrath übernehmen. Der stellvertretende Direktor der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie ist darüber hinaus an der Konzeptionierung, Planung und Durchführung der klinischen Prüfung beteiligt. „Infektionen der Lunge durch antibiotikaresistente Bakterien stellen zunehmend ein klinisches Problem dar. Wir hoffen, Patienten zukünftig mit Phagen helfen zu können“, so Witzenrath. © hil/aerzteblatt.de

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Syntaxie
am Montag, 27. November 2017, 11:11

Eliava-Institut als unbekannt unterschlagen ?



Das:
>>„Es gibt viele verschiedene Pseudomonas-aeruginosa-Stämme, die sich jeweils nur leicht voneinander unterscheiden. Die Herausforderung ist, Phagen mit einem möglichst breiten Wirtsspektrum zu finden“, erläutert Christine Rohde vom Leibniz-Institut DSMZ.<<

wirkt irgenwie unklug in Anbetracht der Tatsachen:

>> Die hohe Spezialisierung der Phagen auf ihre Ziele bringt allerdings auch ein Problem mit sich: Denn während etwa mit einem Breitband-Antibiotikum gleichzeitig auf verschiedenartige Bakterien "geschossen" werden kann, setzt eine erfolgreiche Phagen-Behandlung voraus, dass der für die Infektion verantwortliche Bakterienstamm zuvor identifiziert wurde. <<
http://www.onmeda.de/g-medizin/phagen-hoffnung-wenn-antibiotika-nicht-helfen-3684.html

>> Phagen als neuartige und zusätzliche Therapie <<
Es darf mal gelacht werden ?!

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