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Medizin

Depression oder bipolare Störung? EKG hilft bei der Differenzialdiagnose

Samstag, 25. November 2017

Chicago - Die Analyse der Herzfrequenzvariabilität in einem 15-minütigen EKG hat in einer Studie im World Journal of Biological Psychiatry (2017; doi: 10.1080/15622975.2017.1376113) die Differenzialdiagnose zwischen der depressiven Phase einer bipolaren Störung und einer Major-Depression erleichtert.

Menschen mit bipolaren Störungen leiden während der längsten Zeit unter Depressionen. Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Antidepressiva. Diese müssen jedoch mit Stimmungsstabilisatoren wie Lithium kombiniert werden, um die manischen Phasen abzuschwächen, in denen die Patienten unter anderem durch eine erhöhte Suizidalität gefährdet sind.

Es ist deshalb wichtig, zwischen den beiden Krankheiten zu unterscheiden. Klinisch ist dies in den depressiven Phasen der bipolaren Störungen kaum möglich. Die bipolare Störung geht allerdings mit einer Dysregulation des autonomen Nervensystems einher, die auch in der depressiven Phase anhält. Eine Folge ist eine verminderte Herzfre­quenzvariabilität. Sie zeigt sich beispielsweise darin, dass die feinen Unterschiede in der Herzfrequenz, zu denen es bei der Atmung kommt, geringer werden. 

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Die Herzfrequenzvariabilität kann mit modernen EKG-Geräten und einer speziellen Software bestimmt werden. 

Ein Team um Angelos Halaris vom Loyola University Medical Center in Maywood bei Chicago hat die Herzfrequenzvariabilität bei 64 Erwachsenen mit Major-Depression und 37 Erwachsenen mit bipolarer Störung verglichen. Bei allen Patienten wurde nach einer Ruhephase von 15 Minuten ein 15-minütiges EKG aufgezeichnet und mit einer speziellen Software ausgewertet.

Ergebnis: Die Patienten mit bipolaren Störungen hatten eine signifikant verminderte Herzfrequenzvariabilität. Auch die respiratorische Sinusarrhythmie war abgeschwächt. Eine weitere Beobachtung war ein Anstieg der beiden Entzündungsparameter Inter­leukin 10 und MCP-1 (Monocyte Chemoattractant Protein-1) im Blut. Er weist auf eine mögliche entzündliche Komponente in der Pathogenese von bipolaren Störungen hin, deren Ursache bisher nicht geklärt ist. © rme/aerzteblatt.de

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nabilabdulkadirdeeb.germany
am Sonntag, 26. November 2017, 10:10

Geschlechtersensible PsychiatrieI: Unipolare Depressionen prä- und postnatal :-

Geschlechtersensible PsychiatrieI: Unipolare Depressionen prä- und postnatal :-

Nabil Abdul Kadir DEEB
Arzt – Physician – Doctor
PMI-Ärzteverein e.V.


Geschlechtersensible PsychiatrieI: Unipolare Depressionen prä- und postnatal :-

Psychische Erkrankungen in der Schwangerschaft und im Wochenbett zeigen für Frauen eine bedeutsame Vulnerabilität an, die eine erstrangige Herausforderung für eine differenzierte psychiatrische Betreuung bilden.

Gender Medicine ist eine wissenschaftliche Perspektive, die systematisch auf geschlechtsdifferenzielle Aspekte in Epidemiologie, Ätiopathogenese, klinischer Phänomenologie, Verlauf und Therapie von Erkrankungen fokussiert. Innerhalb der Psychiatrie findet diese Zugangsweise in Women’s Mental Health Research ihre spezielle wissenschaftliche Akzentuierung (Blehar 2006). Einseitige psychosoziale oder neurobiologische Modelle würden zu kurz greifen, um diese bedeutsame geschlechtsdifferenzielle Dimension bei psychischen Störungen zu erfassen. In der fachärztlichen Ausbildung wie auch in der konkreten Versorgungspraxis werden Genderaspekte bisher noch ungenügend beachtet, obwohl mittlerweile zum Thema einer geschlechtsspezifischen Psychiatrie und Psychotherapie eine Reihe von vorzüglichen Monografien vorliegt (etwa Rohde u. Marneros 2007).

Neben Gesamtdarstellungen ist eine geschlechtersensible Perspektive vor allem auch dann klinisch relevant, wenn psychische Störungen in definierten Abschnitten des Lebenszyklus untersucht werden, die eine intrinsische Verwobenheit mit einem Geschlecht aufweisen. Dies zeigt sich eindrucksvoll im Falle von Schwangerschaft und Wochenbett für die Frau. Diese Zeitspanne lässt sich vorteilhaft als eine Übergangsphase im Lebenszyklus konzeptualisieren, die eine Reihe von bedeutsamen Herausforderungen und Entwicklungsaufgaben speziell für die Frau, aber auch den Partner, für die beiden als Paar beinhaltet. Sowohl konkrete soziokulturelle Einflüsse, psychologische und psychodynamische Aspekte als auch neurobiologische Verschiebungen bestimmen einen komplexen Anpassungsprozess, der für die Frau ein spezielles psychosomatisches und somatopsychisches Erleben bestimmt. In diesen Kontext sind die normativen physiologischen Veränderungen von Schwangerschaft, Entbindung und Postpartum ebenso zu stellen wie auch kontingente somatische und psychosoziale Stressoren.

Nabil Abdul Kadir DEEB
Arzt – Physician – Doctor
PMI-Ärzteverein e.V.
Palästinamedico International Ärzteverein – ( P M I ) e.V.
Department of Medical Research
Département de la recherche médicale
P.O. Box 20 10 53
53140 Bonn – Bad Godesberg
/ GERMANY
Bonner Strasse 21 ,
53173 Bonn – Bad Godesberg
/ GERMANY

https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/depressionen/article/632090/neues-portal-depressiven-stoerungen-netz.html
LNS

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