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Ausland

Erstmals seit drei Wochen Hilfslieferungen im Jemen eingetroffen

Dienstag, 28. November 2017

/dpa

Amman/Sanaa – Im Jemen sind wieder Hilfs­lieferun­gen und internationale Helfer eingetroffen. Dem Welternährungsprogramm zufolge traf unter anderem ein mit Weizen beladenes Schiff im Hafen von Saleef ein. Es handele sich um die erste Lebensmittellieferung in Rebellengebiete seit knapp drei Wochen, sagte eine UN-Vertreterin. Wegen starker Winde könnten die rund 25.000 Tonnen Getreide erst gestern abgeladen werden.

Saleef liegt rund 70 Kilometer nördlich des ebenfalls von Rebellen kontrollierten Hafens Hodeida. Dieser ist für die Hilfslieferungen der Vereinten Nationen besonders wichtig, da in seiner Nähe die meisten der hilfsbedürftigen Menschen leben. Nach Angaben der UN war der Hafen von Hodeida für Schiffe mit Lebensmittel- und Medikamentenlieferungen weiterhin blockiert. Am Wochenende war erstmals seit drei Wochen in Sanaa wieder ein Flugzeug der Vereinten Nationen mit dringend benötigten Impfstoffen an Bord gelandet. Auch drei weitere Maschinen mit UN-Helfern und Mitarbeitern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz trafen in Sanaa ein.

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Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition hatte vor drei Wochen eine Blockade für den Jemen verhängt, die auch Hilfsgüter betraf. Nach UN-Angaben benötigen mehr als 20 Millionen Menschen im Jemen Hilfe, sieben Millionen Menschen stehen dem­nach kurz vor einer Hungersnot. Nach Angaben des Kinderhilfswerks Unicef benötigen mehr als elf Millionen Kinder im Jemen dringend Hilfe.

„Heute kann man mit Recht behaupten, dass der Jemen für Kinder eines der schlimmsten Länder auf der Welt ist“, sagte Geert Cappelaere, Unicef-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika, in der jordanischen Hauptstadt Amman. „Zwei Millionen Kinder im Jemen leiden unter starker Unterernährung, und fast alle kleinen jemenitischen Jungen und Mädchen benötigten dringend humanitäre Hilfe“, sagte Cappelaere. Nach Schätzungen von Unicef sterbe im Jemen alle zehn Minuten ein Kind an einer Krankheit, die zu vermeiden gewesen wäre.

Der Krieg im Jemen sei „leider ein Krieg gegen die Kinder“. Seit März 2015 seien fast 5.000 Kinder getötet oder schwer verletzt worden. Tausende Schulen und Gesundheits­zentren seien beschädigt oder vollständig zerstört.

In dem Land kämpfen seit 2014 schiitische Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Militäreinheiten des gestürzten Staatschefs Ali Abdullah Saleh gegen Truppen des sunnitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi. 2015 griff das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis zugunsten von Hadi in den Konflikt ein.

Das Militärbündnis wirft den Rebellen vor, über Hilfslieferungen Waffen zu schmug­geln. Sowohl der Hafen von Hodeida im Westen des Landes als auch die Hauptstadt Sanaa werden von den Huthi-Rebellen kontrolliert. © afp/aerzteblatt.de

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