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Medizin

Studie: Teenager leiden unter Depressionen ihrer Väter

Dienstag, 28. November 2017

London – Depressionen können von den Eltern auf die Kinder übertragen werden. Nachdem frühere Studien nur den Einfluss der Mütter beleuchtet hatten, zeigt jetzt eine Untersuchung in Lancet Psychiatry (2017; doi: 10.1016/S2215-0366(17)30408-X), dass die psychische Konstitution des Vaters mittlerweile einen gleich großen Einfluss hat.

Die Rolle der Väter in der Familie hat sich verändert. Traten sie früher vor allem als Ernährer und gelegentliche Autoritätsperson in Erscheinung, die die längste Zeit des Tages außer Haus waren, so teilen sich heute in vielen Familien beide Elternteile die Erziehung. Damit ist der emotionale Einfluss des Vaters auf die Kinder gewachsen, im positiven wie im negativen Sinn.

Zu den möglichen negativen Einflüssen gehört eine Depression des Vaters. Gemma Lewis vom University College London und Mitarbeiter haben hierzu die Ergebnisse aus zwei Langzeitstudien ausgewertet. An der „Growing Up in Ireland“-Studie (GUI) hatten 6.070 Familien und an der „Millennium Cohort Study“-Studie (MCS) 7.768 Familien teilgenommen.

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In beiden Studien waren die Eltern im Alter der Kinder von sieben Jahren (MSC) beziehungsweise neun Jahren (GUI) auf depressive Symptome untersucht worden. In der GUI-Studie wurde die Kurzform des „Center for Epidemiological Studies Depression Scale“-Fragebogens benutzt. In der MCS-Studie wurde die Eltern nach der „Kessler 6-item distress scale“ bewertet. Die herangewachsenen Kinder füllten im Alter von 13 oder 14 Jahren den „Short Mood and Feelings“-Fragebogen (SMFQ) aus.

Ergebnis: Beide Studien fanden eine enge Korrelation zwischen der Depression des Vaters und depressiven Neigungen der Kinder. Wie Lewis und Mitarbeiter berichten, war ein Anstieg der väterlichen depressiven Symptome um eine Standardabweichung in der GUI-Kohorte mit einem Anstieg des SMFQ um 0,24 Punkte und in der MCS-Kohorte um 0,18 Punkte verbunden. In beiden Studien gab es nach der Berück­sichtigung von Begleitfaktoren keinen Unterschied zwischen dem väterlichen und mütterlichen Einfluss.

Lewis rät den Psychiatern, bei der Behandlung von Teenagern mit Depressionen auch auf den Einfluss der Väter zu achten. Dies sei allerdings nicht einfach, da Männer noch immer weniger als Frauen bereit seien, ihre Depressionen behandeln zu lassen. © rme/aerzteblatt.de

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